musik, music, musique, musica...!!!


Heiße Tipps aus der WEGE-Redaktion für Liebhaber musikalischer Extravaganzen
von Eva Schreuer

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Lust auf was Neues im CD-Regal? Aber keine Lust auf die verzweifelte Suche im CD-Laden nach Außergewöhnlichem, auf das Kramen nach der Nadel im Heuhaufen, das Hecheln um einen freien Platz beim Kopfhörer, das verwirrte Umherirren durch die Massen von Namen, Labels, Stilen, Covers…?
Welcher Anlass wäre wohl geeigneter, als diese Musik-WEGE, euch jene Handvoll Namen und (Web-)Adressen … zu flüstern, die zur Zeit unsere Hauptquellen für garantiert feinen Ohrenschmaus sind. Ja, es gibt sie, die „Perlen" in der Musikbranche, jene Leute, die ganz unabhängig vom Stil durchwegs außergewöhnliche Qualität bieten.
Ob zum Rezensieren oder als Hintergrund bei der WEGE-Arbeit - die folgenden (zugegeben derzeit eher beim Schwerpunkt „Electronic" liegenden) musikalischen Geheimtipps lassen derzeit den CD-Player in der WEGE-Redaktion heiß laufen:

 

Couch Culture & Electronic Sounds

„Alles, wo ,Freeform' draufsteht, kannst du ungehört kaufen!", verriet uns ein lieber Freund schon vor zwei Jahren. Stimmt! Die Leute vom Hamburger Label (http://www.freeform.de) sind wahre Freaks und Spezialisten für wirklich gute Electronic Music - zwischenzeitlich liegt ihr Schwerpunkt auf der äußerst erfolgreichen „abstrait-Linie" von Raphaël Marionneau (s. Foto ). „Couch Culture" nennt sich seine musikalische Umsetzung einer äußerst populären, zeitgeistigen Strömung: Entdeckung der Langsamkeit, Entschleunigung, Chill Out. Bereits seit 7 Jahren gibt es in Hamburg DEN Event für gestresste Neuzeitlinge: Einmal im Monat verwandelt sich der Hamburger Mojo Club ins „le café abstrait", in ein überdimensionales Wohnzimmer, in eine Chillout-Clubatmosphäre mit Sofas, Gratistee, Diaprojektionen, Videoloops… veredelt durch DJ Raphaëls Sound-Kompositionen zwischen Dub, Ambient, Deep House, Ethno, Triphop und Easy-listening-Hintergrundsounds. Schade nur, dass Hamburg für uns Austrianer so schwer erreichbar ist! Genau deshalb gibt's die ganze Chill-out-Atmo-sphäre auf CDs gepresst - also rein in den Player, ab auf's eigene IKEA-Sofa, und bei einem Teetscherl oder Weinderl und café abstrait-Musik den Gedankenlärm auf ein Minimum reduzieren, eintauchen in die Welt der Gefühle, Gedanken und sinnlichen Bilder! Gerade ist „le café abstrait vol.4" (s. Abb.) erschienen, die vorhergehenden Ausgaben sind aber nicht minder empfehlenswert. Alles ganz genau erfährst du im Internet unter www.abstrait.net.
Ein weiterer Fixpunkt der Hamburger Musikszene ist das von Freeform jährlich veranstaltete Lovefield Festival, das größte und facettenreichste Festival für elektronische Musik in Norddeutschland. Heuer vom 15. &endash; 17. August 2003 gibt's auf einem Freiluftareal bei Hamburg wieder fünf Bühnen und Floors, auf denen sich 25 Bands & 40 Djs/Acts bei Elektro, House, Breaks, Pop, Trance, Triphop, Techno, Dub, Dancehall, Funk und Alternative, Performance, Kino, Installation und Theater abwechseln (Näheres auch auf www.freeform.de). Dafür allerdings lohnt es sich allemal, den weiten Weg in den Norden auf sich zu nehmen!

 

Austria alternativ?

Gibt es eine alternative, außergewöhnliche Musikszene in Österreich? Abseits von Populärhadern wie Ambros, STS, Falco, Seer, Hardbradler, Starmaniacs und wie sie sonst noch alle heißen? Auf der Suche danach sind wir auf zwei wirklich interessante Quellen gestoßen: www.blankTON.org und www.blankTON.org.
blankTON ist kein Label, sondern eigentlich eine PR-Agentur - und Plattform für neue österreichische Musik. Neben Werbung und Booking für Labels und Künstler bietet die innovative Wiener Agentur allerdings auch ein besonderes Zuckerl für alle „Endverbraucher", die sich für neue, vorwiegend elektronische Musik aus Ö interessieren:
Das blankTON.abo versteht sich als Tool für all jene, die musikalisch Up To Date sein wollen, aber weder Zeit noch Lust dazu haben, sich stundenlang und meist ergebnislos durch Berge von Neuerscheinungen im Shop zu hören und zu wühlen. Es funktioniert wie ein Zeitschriften-Abo - gegen einen fixen Jahres-Beitrag landet monatlich und mit Preisvorteil eine brandneue, soeben erschienene CD im Briefkasten - jeweils ausgesuchte Musik, mitreißender Groove, aus Nu Jazz, Breakbeat, Elektronik, Downbeat oder anderen Schubladen… Der Schwerpunkt liegt jedenfalls auf der vitalen österreichischen Musikszene zwischen Kruder & Dorfmeister und Curd Duca.
Beispiele aus dem Abo 2003: „The Eclectic Sound of Vienna III", eine bunt gemischte Sammlung feinster Wiener Downbeats, von echten Musikfreaks liebevoll handgestrickt, mit einem gesunden Maß an Eigenbrötlerei (manche nennen es „Vision"), ohne großen technischen Aufwand, mit dem Augenmerk auf das Wesentliche gerichtet. Neben einer Reihe an jungen, innovativen Künstlern (wie etwa „Waxolus- tionists", die ihre HipHop Roots mit elektronischen Beats zu einer hochinteressanten Mischung verbinden) finden sich darauf auch etablierte Acts wie Count Basic, Tosca oder Die Sofa Surfers.
Im März gab's „JUKE JOINT", eine Compilation aus 20 echt groovigen Zuckerln aus allen musikalischen und geografischen Ecken (von House über Blues bis Reggae-Rhythmen…), zusammengemixt von den Nürnberger Freaks Boozo bajou. Und im Jänner flatterte allen blankTON-Abonnenten die Tosca 9 ins Haus (in der letzten WEGE-Ausgabe ausführlich besprochen!). Aber auch alle anderen blankTon-Schützlinge vereinen sich unter dem Attribut: Äußerst empfehlenswert!

Und überhaupt nicht anders verhält es sich mit soul seduction, die sich dem Österreich-Vertrieb von außergewöhnlicher Musik aller Stilrichtungen und aller Nationalitäten verschrieben haben - und hier schließt sich der Kreis, denn die Leute von soulseduction arbeiten auch und unter anderem eng zusammen mit abstrait und blankTon…
Jedesmal, wenn der WEGE-Postman ein Packerl aus Wien mit Absender s.o. abliefert, hüpft das Herausgeberherz eilends zum CD-Player - und zerfließt vor demselben! Im letzten etwa lag die allerneueste, pressfrische Disc von Jestofunk „seventy miles from philadelphia" - eine absolut beeindruckende Weiterentwicklung der italienischen Kulttruppe, die sich seit Jahren, darum kümmert, dass europäische Club-Tanzflächen nicht in seichtem Pop-, Punk- und Techno-Brei versumpfen: extrem tanztauglicher Soul-Funk-Housemix, (schweiß-)treibende Housebeats, jazzige Bläserpassagen, soulige Frauen- und Männerstimmen…! Was noch drin war in dem Packerl? Zum Beispiel die Doppel-CD „FOOD OF LOVE" von Pressure Drop, zwei Geheimtipp-Briten der Underground-Club-Szene - Nr.1 ein essenzieller Querschnitt durch die Best-of's ihrer bisherigen Tracks, auf Nr. 2 versammeln sich 11 Remixes von Freunden und gleichgesinnten Seelen (mit dabei Richard Dorfmeister, Maddlinsky, Cuica, Adam Freeland, DJ Rocca…). Oder „FADO EM MIM", die neueste Produktion der Portugiesin Mariza, der „Best voice of Fado 2000", die den Fado (für mich das l iebenswerte musikalische Pendant zum raunzerten Wienerlied) seit Jahren mit neuen Impulsen belebt. Und, und, und,...
Am besten, du schmökerst mal selbst auf der soulseduction-Homepage - oder du fragst im CD-Shop nach, welche Neuheiten von dort geliefert wurden. Die Suche nach außergewöhnlich hörbarer Musik wird so zum Kinderspiel!

 

Ganz(heitlich) entspannt!

In eine wiederum ganz andere musikalische Richtung bewegt sich Polyglobe Music - jene engagierte Musik-Produktions- und Vertriebsfirma mit Sitz in Patsch, hoch über Innsbruck, die eingefleischten WEGE-LeserInnen ohnehin schon bestens bekannt sein wird. Ein durch und durch österreichisches Label (davon gibt's ja nicht allzu viele), und schon allein deshalb empfehlenswert.
Mal abgesehen von der Tatsache, dass die WEGE-ideenfabrik seit einigen Jahren verantwortlich zeichnet für das äußere Erscheinungsbild aller Polyglobe-Neuerscheinungen (unser bester Grafik-Kunde!) -
www.polyglobemusic.at ist eine Fundgrube für all jene Musikliebhaber, die auf der Suche nach guter Therapie-, Entspannungs-, Meditationsmusik sind. Aller Anfang war die legendäre „Toscana-Magic", die mittlerweile über 25.000 Menschen zur Entspannung im Alltag anregt („Goldene Schallplatte"!) und noch heute in den Charts der „Eso-Schiene" ganz oben rangiert. Der dafür verantwortliche Künstler ACAMA produzierte seither weitere 18 CDs, einige davon auch mit Klangschalen und Gongs. Bereichert wird die Musikauswahl dieses Genres aber auch von Firmenboss Stefan Ackermanns Reisen nach Tibet und seiner großen Liebe zum Buddhismus - Aufnahmen von Tibetischen Nonnen und Mönchsgesängen finden sich im Polyglobe-Repertoire ebenso, wie die unter die Haut gehenden Mantren-Gesänge der Tibeterin Dechen Shak-Dagsay, die anlässlich des Dalai Lama-Besuchs in Graz auch einen großen Kick an die Spitze der Charts erfuhr. Besagte Reisen und die Freundschaft mit dem Begründer der Klangschalen-Massage Peter Hess waren für den Tiroler Unternehmer auch Auslöser für die Schwerpunktlegung auf den Import und Vertrieb hochwertiger ACAMA-Klangschalen und Gongs.
Eine weitere musikalische Schiene bei Polyglobe heißt Ethno- und World-Music. Und auch da finden sich echte Perlen… wie etwa der (meiner Meinung nach) aufregendste, vielseitigste und beste Didgeridoospieler überhaupt Alex Mayer (mit 5 CDs im Programm vertreten), oder dessen Formation Comin' & Goin', oder das Wiener multikulturelle Spitzenensemble Phoenix Percussion Project, deren musikalische Improvisationen zwischen Traditionals, Jazz, HipHop und Pop lustvolle Gänsehautattacken am laufenden Band erzeugen. Und jenen unter euch, die auf Latino stehen, sei die aktuelle Scheibe des lateinamerikanischen „Klampfen-Virtuosen" José Teran wärmstens ans Herz gelegt - „CAFE LATINO", rechtzeitig erschienen für den Urlaub auf Balkonien, fühlt sich an, wie Traumurlaub, gewürzt mit Palmen, Sonne, Meer und Spanish-Rhythms.

 

Und last not least…

…ein paar Internet-Geheimtipps für Music-Junkies, denen die österreichische Szene am Herzen liegt - zum Weiterschmökern und Fündigwerden:

http://www.pop-info.at
Hauptsächlich News und alles, was gerade so läuft:
CD-Neuerscheinungen, Künstler, Events, Konzert-Kalender, Live-Berichte von Konzerten...

http://www.phoebus.at
Die Musikagentur von z.B. Georg Danzer, Uli Baer und Gandalf bietet u.a. auch eine umfangreiche Linkliste...

http://www.gib-mir-musik.at
Der Schein trügt: was sich anfangs als Konzert-Foto-Seite präsentiert, eröffnet über den Link-Button ein weites Tor in die heimische Musikszene!