Das KLIMA der
Welt
...
von Dr. Rüdiger Dahlke

Angesichts der ständig zunehmenden
Naturkatastrophen müsste es eigentlich jeder Mensch begreifen:
Auf unserem Planeten wandelt sich etwas, und zwar in eine zerstörerische
Richtung, die wir nicht länger ignorieren können. Hurricans
und Flutwellen, Erdbeben und Überschwemmungen, Hitzewellen und
Dürrekatastrophen, das Schmelzen der Polkappen und der Gletscher
… und das weltweit. Auch bei uns in Mitteleuropa. Was tun? Betrachten
wir doch mal das ganze Klimaszenario nach dem Spiegelprinzip - wie im
Außen, so im Innen…!? Hilflos? Spiegel? Umweltschutz? Lösungen? Elementare Lehren! Wandel? INFOS: Dr. Rüdiger Dahlke Dahlke-Bücher zum Thema: Kontakt: www.dahlke.at
Erwachen?
Plötzlich - erst seit ein paar Monaten - wird fast überall
und jederzeit von Ökologie geredet. Manche Politiker lassen keinen
Tag mehr vergehen, ohne sich zur Klimakatastrophe zu äußern.
Ist er nun endlich gekommen, der Moment des Erwachens? Es ist wohl eher
ein Ausdruck von Panik. Denn erstmals erwischt es nicht mehr nur die
ausgiebig gebeutelte sogenannte „Dritte Welt“. Mit Wirbelstürmen,
Hochwassern, Hitzewellen und Artensterben ist längst auch die „Erste
Welt“ direkt betroffen, die mit ihrer rücksichtslosen Wirtschaftsentwicklung
und fehlenden Umweltpolitik letztlich für all das verantwortlich
ist.
Noch vor ein paar Jahren konnte der deutsche Ex-Kanzler Schröder
eine einzelne Hochwasser-Katastrophe als „Jahrtausend-Hochwasser“
hinstellen und den Menschen wahlkampfentscheidend in Aussicht stellen,
dass niemand bleibenden Schaden davon tragen würde. Heute scheinen
derart naiven Gemütern die beschwichtigenden Worte im Halse stecken
zu bleiben. Immerhin versengte die anschließende „Jahrhundert-Dürre“
wenig später die mediterranen Länder…! Auch naive Gemüter
müssen wohl langsam erkennen, dass solche Worte einfach nicht die
Realität wiedergeben: Die sogenannten Jahrhundert-Dürren und
Jahrtausend-Hochwasser stehen uns längst schon alle paar Jahre
ins Haus!
Vielleicht eine Krise als Chance? Vielleicht kommt gerade dadurch der
seit langem überfällige Umdenkprozess in Gang? Selbst so beschränkt
umweltbewusste und intelligente Menschen wie US-Präsident Bush
müssten doch an einer Katastrophe, wie jener von New Orleans kapieren
können, dass es so nicht weitergehen darf.
Damals, als Katrina über New Orleans hinweggefegt war, erlebten
wir eine Woche lang allabendlich vor dem Fernseher mit, wie die nach
eigener Einschätzung „führende Nation dieser Erde“
völlig unfähig ist im Umgang mit den Folgen einer Katastrophe
im eigenen Land. Noch 6 Tage danach lagen Leichen ungeborgen und öffentlich
verwesend in den Straßen der Stadt, wurden die Überlebenden
ohne frisches Wasser, Nahrung und Medikamente letztlich im Stich gelassen…
Müssten wir angesichts solcher Hilflosigkeit nicht ins Nachdenken
und Grübeln kommen? Wird nicht allmählich die ganze Welt zur
„Dritt(klassig)en Welt“? Wir werden alle verlieren, wenn
wir so weitermachen. Die von den USA demonstrierte Unfähigkeit,
mit diversen Chaos-Situationen im eigenen Land fertig zu werden, müsste
auch die letzten Anhänger dieser „Supermacht“ mit Misstrauen
erfüllen. Wer die Ordnung im eigenen Land nicht wahren kann, wird
sie wohl kaum mit Waffengewalt in anderen Teilen der Welt herstellen.
Wo aber liegen Lösungen? Manche reagieren mit verstohlener Schadenfreude,
schielen mit einem Auge auf das von Bush verweigerte Kyoto-Protokoll
schielend und denken: „Endlich hat’s mal die Hauptverursacher
selbst erwischt!“. Angesichts so vieler Toter und solchen Elends
ist es damit aber sicherlich nicht getan! 
Die aufkommende Betroffenheit dürfte ruhig bis ins eigene Innere
vordringen. Gerade wenn uns etwas stört und ärgert, muss es
mit uns selbst zu tun haben. Jeder ganzheitlich orientierte und denkende
Mensch weiß das inzwischen. Insofern ist also jede Missachtung,
die wir der Welt entgegenbringen, nur ein Abbild jener Missachtung,
die wir uns selbst antun und die uns nun irgendein anderer Teil der
Welt im Spiegel vorhält.
Wir müssten alle zusammen erst einmal unsere eigenen Hausaufgaben
machen, beginnend bei der eigenen Innen- und Umwelt. Wenn wir unsere
Innenwelt weiterhin so vernachlässigen, dann werden wir das Außen
wohl überhaupt nicht mehr in den Griff bekommen. Wir werden die
äußere Welt sicher nicht befrieden und ordnen, wenn wir die
eigenen Länder nicht in Ordnung bringen können. Solange Nationen
(wie die allermeisten europäischen) einen Wirtschaftskurs verfolgen,
welcher juristisch kriminell ist und Familien oder einzelne Bürger
längst in den Konkurs gebracht hätte - solange brauchen wir
uns auch von der Entwicklungshilfe keine Besserung der Weltsituation
versprechen. Würde eine Firma oder Privatperson Schulden in Höhe
jener der USA oder BRD machen würde, wäre das kein normaler,
sondern wirklich krimineller Konkurs. Und seit wann kann jemand, der
es selbst nicht kann, einem anderen, der es auch nicht kann, wirksam
unter die Arme greifen?! 
Solange wir in unseren eigenen Ländern eine ähnliche Umweltpolitik
betreiben, wie unser „Vorbild“ USA (wo allen Ernstes das
Fußgängerzonen-Pflaster im Skigebiet von Beavercreek mit
Erdöl geheizt wird, damit niemand ausrutscht), brauchen wir bei
diversen Katastrophen gar nicht mehr zu lamentieren. Wir haben uns jede
einzelne vorsätzlich und geradezu redlich verdient. Auch wenn es
natürlich bequemer ist, auf Amerika zu schielen, wo alles immer
noch einen Tick furchtbarer ist - das Elend fängt bei uns selber
an.
Wir sollten uns also auf der inneren Ebene fragen, wie weit wir denn
bereit sind, etwas gegen unsere Innenweltverschmutzung zu tun. Inwieweit
spiegeln denn Treibhauseffekt und steigende Temperaturen unseren eigenen
überdrehten Organismus, der ebenfalls an Hochdruck und Überlastung
zusammenzubrechen droht? Was für ein Treib-, ja Irrenhaus haben
wir aus unserem eigenen kleinen Haus, unserer Wohnung gemacht? Herrscht
da Ordnung, oder eher ein privates Abbild des großen äußeren
Chaos? Überheizen und überfordern wir auch persönlich
unseren Organismus? Und in welcher Form?
Umweltschutz beginnt also mit Innenweltschutz. Das Gebot der Stunde
müsste lauten, Wächter an den Sinnestoren aufzustellen, anstatt
durch permanente Überreizung weitere Hyperaktivitäts-Katastrophen
in Familien, Kindergärten und Schulen anzuzetteln! Auf der Krankheitsebene
sind die weiteren Folgen Burnout und Depression, die uns bereits wie
Tsunami-Wellen überschwemmen. 
Wie weit wollen wir es also noch treiben, bevor wir umdenken? Wenn Politiker
wie George W. Bush in solchen Situationen meinen, mit dem üblichen
Tätscheln von ein paar Kindern und Armen in den Katastrophengebieten
wären die Probleme in den Griff zu bekommen, dann wäre es
an uns allen und jedem Einzelnen, sich an den Kopf zu greifen, aufzuwachen
und bei der eigenen Nase zu nehmen.
Würden wir einfach hinschauen und hinfühlen, dann könnte
uns das Klima der Welt vieles lehren. Es ist alles überhitzt auf
dieser Welt. Sie brennt schon lange nicht mehr nur äußerlich,
auf der iberischen Halbinsel, in Australien oder sonstwo. Und mit jedem
Grad Temperatursteigerung heizen wir unsere Atmosphäre „gewalTig“
auf. Erst damit verleihen wir ihr die Kraft für diese zerstörerischen
Stürme und Flutwellen, in deren Nachschwang uns dann der Gegenpol
in Gestalt von Wassermassen heimsucht. All das merken wir inzwischen
längst auch bei uns: Das Jahr 2007 begann bereits im April (!)
mit Berichten über die dramatische Dürre in Italien. Aber
auch in Österreich und Bayern fehlt uns schon wochenlang der Regen
für gute Ernten, wie sie die Bauern bisher gewohnt waren.
Wir gehen weder mit der männlichen Feuerkraft, noch mit der weiblichen
des Wassers bewusst um. Die Stürme des Luftelements suchen uns
ebenso heim, wie die Regungen des Erdelements. Das innere Zittern von
Mutter Erde zeigt uns (anthropomorph gedacht), dass sie durchaus Angst
um sich selbst und ihre Kinder haben könnte. Dass sie mit ihrem
Zittern und Beben gleich ganze Länder und Meere in Aufruhr bringt,
mussten wir schon öfter erleben, am heftigsten zuletzt mit der
Tsunami-Katastrophe. 
Die Elemente, die im Außen verrückt spielen und die wir alle
in uns tragen, könnten uns lehren, was zu ändern ist:
Mit der Einfühlung ins Wasser etwa ließen sich unsere eigenen
seelischen Bedürfnisse wieder erspüren. Wir könnten Mitgefühl
entwickeln für die Leidenden in unserer unmittelbaren Nähe
und auf diesem (unter uns) leidenden Planeten. Die Seele braucht Räume,
vor allem Zeiträume, in denen sie leben kann. Wir haben sie gnadenlos
eingeengt - wie unsere Flüsse und alle anderen Wasserläufe,
die nun (in den Alpenländern) nach und nach unkontrollierbar über
die Ufer treten. Das Gleiche geschieht längst auch schon auf der
seelischen Ebene. Immerhin bekommen 1/3 der westlichen Menschen im Laufe
ihres Lebens eine Psychose - auch DAS sind „Überschwemmungen“.
Den Flüssen müssten wir ihr Schwemmland, die Aulandschaften
zurückgeben, den Seelen Zeiträume für Gefühle und
Ent-Spannung.
Auch mit dem Feuer der Begeisterung könnten wir der Atmosphäre
Energie auf einer erlösten Ebene schenken. Zum Beispiel wenn wir
uns den anstehenden Herausforderungen mit dem Feuer des Herzens, in
einer freudigen Stimmung des Mutes stellen würden. Wir könnten
auch - statt die Atmosphäre mit Sturmenergie aufzuheizen - Gedankenstürme
entfesseln, um die anstehenden und immer bedrohlicher werdenden Probleme
zu lösen.
Wir verfügen über so viel Energie! Auch über die Energie
in Gestalt von Geld, um die Kluft zwischen Arm und Reich auf dieser
Welt zu schließen und so dem Terrorismus den Nährboden zu
entziehen. Wir hätten auch bereits die Technologien, um die drohenden
ökologischen Katastrophen abzuwenden. Gerade in Deutschland und
Österreich waren wir diesbezüglich in den letzten Jahren gar
nicht schlecht unterwegs. Aber uns fehlen Politiker, die Fehler zugeben
können und neue Möglichkeiten sehen und durchsetzen wollen.
Uns allen fehlt noch die Not-wendige Einsicht, das Erkennen des Ausmaßes
und der Bedrohlichkeit der Lage. Es fehlen uns einerseits Mut und Kraft
zum Verzicht, um andererseits zu retten, was noch (immer) zu retten
ist von unserem wundervollen Heimatplaneten. Stattdessen akzeptieren
wir eine Kopf-in-den-Sand-Politik, über die unsere Enkel rückblickend
erschauern werden - sofern wir ihnen überhaupt eine Zukunft übrig
lassen. Unsere bisher zu wenig engagierten Politiker sind bei all dem
nur unser Spiegel. In diesen zu schauen ist zugegebener Weise im Augenblick
unangenehm, aber dennoch sehr heilsam, weil wir uns dort selbst erkennen
müssen.
„Wer will, dass die Welt so bleibt wie sie ist, will nicht, dass
sie bleibt.“ erkannte Erich Fried schon vor langer Zeit. Wer aber
dem Wandel Rechnung tragen will, muss den Mut aufbringen, bei sich selbst
zu beginnen.
Jg. 1951, ist Arzt und Psychotherapeut. Durch seine zahlreichen Bücher,
Vorträge und Seminare wurde der Ganzheitsmediziner aus Bayern zur
Leitfigur eines neuen Gesundheitsbewusstseins, bei dem es ihm vor allem
um einen konstruktiveren Umgang mit Krankheiten geht, um ihren Symbolcharakter
und die innewohnenden Chancen zur Veränderung.
• Woran krankt die Welt
Moderne Mythen gefährden unsere Zukunft
(gebunden im Riemann-Verlag / als Taschenbuch bei Goldmann)
• Depressionen - Wege aus der dunklen Nacht der
Seele
(Goldmann, 2006)