Über die Macht
des Konsumierens von Michael Labiner
Hin und wieder werde
ich gefragt, warum ich als freier Journalist für solch kleine
Blättchen" (wie z.B. die WEGE) schreiben würde. Warum nicht
(mehr) für Tageszeitungen oder Illustrierte mit viel größerer
Auflage? Die würden doch gewiss auch besser bezahlen
!? Ich
antworte dann: Weil ich fühle, dass die Welt ein schönerer
Ort sein könnte. Und weil ich einen Beitrag leisten möchte,
sie dazu zu machen. Das gelingt eben nur in einem entsprechenden Umfeld."
Dann schütteln meine Gesprächspartner mit unschöner Regelmäßigkeit
den Kopf und meinen: Naja, einen Beitrag leisten, das muss man
sich eben auch leisten können!" Darauf entgegne ich wahrheitsgemäß,
dass ich das starke Gefühl hätte, es mir nicht mehr leisten
zu können, keinen Beitrag zu leisten
Der Teufelskreis Onkel Aldi und Tante
Emma Sklaven von heute Wir können viel
tun! Weckruf aus dem Hypnoseschlaf Und jetzt zum Schnitzel
Buntes Gift und Weiße
Götter Schwarzes Gold Bewusst die Welt retten
Literatur zum Thema: Das neue Schwarzbuch der
Markenfirmen - Die Machenschaften der Weltkonzerne No Logo! - Der Kampf
der Global Player um Marktmacht - Ein Spiel mit vielen Verlierern
Branded - Wie wir
gekauft und verkauft werden Schwarzbuch Öl -
Eine Geschichte von Gier, Krieg, Macht und Geld Eine bessere Welt ist
möglich - Ein Marshallpaln für Arbeit, Entwicklung und
Freiheit Krieg um Öl oder
Frieden durch die Sonne Empfehlenswerte Internetseiten
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...
Wenn
nicht DU, wer dann?


Alles hängt damit zusammen, dass ich eines Tages herausgefunden
habe, warum wir uns immer häufiger in misslichen finanziellen Lagen
wiederfinden. Beispielsweise in jener, zu meinen, billig bei Aldi (in
Österreich Hofer) einkaufen zu müssen. Die Lösung ist
verblüffend simpel: genau deshalb. Einfach, WEIL wir meinen, billig
bei Aldi einkaufen zu müssen. Das mag dich jetzt ein bisschen verwirren
- doch bis zum Ende des Artikels wird dir alles klar sein, das kann
ich dir versprechen. Einstweilen soll es uns genügen, zu beobachten,
dass wir hier z.B. beim Einkauf von Lebensmitteln sparen - um uns trotz
Ebbe im Geldbörsel andere Dinge wie einen DVD-Player, das neueste
Handy oder ein schöneres Auto leisten zu können.
Jetzt nehmen wir einmal an, du wärst Angestellte(r) in einem mittelgroßen
Reisebüro - und in jüngster Zeit erhält deine Firma immer
weniger Aufträge, weil sich immer weniger Menschen Fernreisen leisten
können. Die Aldi-Eigentümer (die Brüder Karl und Theo
Albrecht) können sich natürlich Fernreisen leisten, haben
aber einen Privatjet. Einen Privatjet haben sie, weil sie mit einem
Vermögen von rund 26,8 Milliarden Dollar die drittreichsten Leute
der Welt sind. Zum besseren Verständnis: Um in einem 40-jährigen
Arbeitsleben ein solches Vermögen anzuhäufen, müsstest
du (ohne Verzinsung gerechnet) 762.000 Euro in der Stunde verdienen!
Kurzum, die Aldi-Brüder sind reich, und das jenseits aller Vernunft.
Sie sind darum so superreich, weil sie einen Großteil des im Umlauf
befindlichen Geldes besitzen. Und dieses Geld besitzen die Brüder
natürlich deshalb, weil wir in ihren Aldi- und Hofer-Supermärkten
einkaufen
weil es dort so billig ist. Bei Aldi ist es aber nur
deshalb billig, weil man knallhart kalkuliert - was nichts Anderes bedeutet,
als dass man die Hersteller und Zulieferer ausbeutet (dazu gleich mehr).
Diese machen irgendwann Pleite und buchen keine Geschäftsreisen
mehr beim Reisebüro deines Arbeitgebers. Daher herrscht bei ihm
nun ebenfalls Ebbe im Geldbörsel, und auch er meint, bei Aldi einkaufen
zu müssen. Genau wie seine bankrotten Ex-Kunden und du auch. Merkst
du was? Ein Teufelskreis, ganz richtig. Die Preisfrage lautet: Wie kann
man ihn durchbrechen?
Zunächst müssen wir uns klar machen, was wir für ein
Schnäppchen Ausbeutung" in Kauf nehmen: Wir beuten uns selbst
aus! Geiz ist nämlich gar nicht geil, und wer auf die Mutter aller
Schnäppchen hört, ist sogar saublöd. Allerdings ist der
Kreislauf der Ausbeutung nicht immer ganz einfach zu durchschauen, da
er oftmals rund um den gesamten Globus verläuft (Stichwort Globalisierung).
Bleiben wir noch für einen Moment beim Beispiel Aldi: Der Konzern
ist einer der größten Kafee-, Tee- und Schokoladenverkäufer
Deutschlands und setzt mit seinen niedrigen Preisen Zulieferer und Mitbewerber
unter extremen Druck. Die Folge davon sind katastrophale Arbeitsbedingungen
und Löhne weit unter dem Existenzminimum in den Rohstoffländern
Asiens, Afrikas und Lateinamerikas. Dazu kommt unter Anderem die Abholzung
von ökologisch höchst bedeutsamen Mangrovenwäldern in
ganzen Küstenregionen, weil massenhaft Shrimpszucht betrieben wird,
damit Aldi seine Kunden mit billigen Garnelen aus dem Pazifik beliefern
kann. Allmählich dämmert uns damit ein Zusammenhang mit Schreckgespenstern
wie Klimaveränderungen oder einer Völkerwanderung der Armen
in die reichen Industrienationen. Ehe wir nun aber mit dem Finger auf
die Albrecht-Brüder zeigen und Superkapitalisten wie sie für
alle Flut- und Hurrican-Katastrophen und die angeblich so kostenintensiven
Wirtschaftsflüchtlinge alleinverantwortlich machen, wollen wir
tief durchatmen und uns an unsere Rolle in diesem Drama erinnern: Wir
sind König Kunde! In unserer Macht (und allein in unserer) liegt
es, die Dinge zum Besseren zu wenden!
Merke: Wer billigt kauft, der kauft halt manchmal verdammt teuer. Denn
es ist ja nicht so, dass sich die negativen Mechanismen des unbewussten
Konsums auf ferne Länder und vermeintlich vage Zusammenhänge
mit Umweltveränderungen beschränken. Im Herbst 2000 revoltierten
französische Gewerkschaften, weil Aldi dort Angestellte bis zu
60 Stunden pro Woche arbeiten ließ, ohne Überstunden zu bezahlen.
Und aus erster Hand von einem Freund weiß ich, dass die Aldi-Einkaufspolitik
für zahllose Firmenpleiten (und damit zahllose neue Zwangssparer
und Aldi-Kunden!) verantwortlich ist. So werden Waren wie z.B. CDs und
DVDs von Aldi nur bei vollem Rückgaberecht gekauft, wobei man dem
Hersteller die geringst mögliche Gewinnspanne von oft nur 1 Cent
pro Einheit zugesteht. Das Geschäft scheint dennoch interessant
zu sein, da die Aldi-Kette ja extrem große Stückzahlen ordert,
um ihre vielen Filialen bestücken zu können. Wehe dem Hersteller,
der für den vermeintlich lukrativen Großauftrag nun Kredite
aufgenommen hat und dann auf seiner Ware sitzen bleibt! Karl und Theo
Albrecht haben nicht zuletzt deshalb so viele Milliarden gescheffelt,
weil sie das Risiko ihrer Billigangebote eben lieber auf andere abwälzen,
als es selbst zu tragen.
Warum öffnen wir also nicht die Augen und investieren lieber in
uns selbst, indem wir regional und ökologisch hergestellten Lebensmitteln
den Vorzug geben, auch wenn sie ein paar Euro mehr kosten? Meist sind
diese Produkte ja auch viel gesünder und bekömmlicher, als
billig produzierter Industrie-Ramsch. Warum nicht Importwaren aus Fairem
Handel beziehen? Warum nicht lieber zu Tante Emma als zu Onkel Aldi
gehen? Nicht zuletzt berauben wir uns durch die Unterstützung derart
lieblos gestalteter Selbstbedienungsläden mit gestressten Kassiererinnen
doch auch der Kommunikation in unserem Leben. Wer stattdessen mal beim
Greißler um die Ecke einkauft (der sich Zeit für einen persönlichen
Plausch mit jedem Kunden nimmt), wird den himmelweiten Unterschied erleben!

Der Billigkauf ist aber beileibe nicht die einzige Falle, in die der
bewusstlose Konsument immer wieder tappt. Tatsächlich finden sich
Missstände wie Ausbeutung, Misshandlung und Kinderarbeit genauso
bei vielen teuren Nobelmarken. Nur, dass die noble Gesellschaft"
die auf Kosten menschlichen Elends eingesparten Milliarden nicht einmal
ansatzweise über den Preis an ihre Kunden weitergibt, sondern stattdessen
in die Werbung steckt, um neue Konsum-Zombies zu erschaffen. Nehmen
wir dazu als erstes Beispiel die Firma Adidas her: Für rund 21
Cent pro Stunde wurden in der chinesischen Fabrik Yue Yuen" Adidas-Sportartikel
gefertigt - bei einer Arbeitszeit von durchschnittlich 60 bis 84 Wochenstunde!
War das unserem Sohnemann klar, als er meinte, Adidas-Treter zu benötigen,
um im Fußballverein cool dazustehen? Um als erste die neuesten
Sneaker (Turnschuhe) von Nike zu ergattern, kampieren die Kids in den
USA sogar im Schlafsack vor den Geschäften. Ob sie wissen, dass
Gleichaltrige in Indonesien von ihren Eltern fortgeschickt werden, weil
diese ihre Kinder nicht mehr ernähren können? Wie auch, bei
einem Tageslohn von 2 Euro, den der dortige Nike-Zulieferer seinen Näherinnen
zugestand! Wenn wir unsere Levis-Jeans anziehen, machen wir uns dann
bewusst, dass sich die 150 Angestellten in einer bulgarischen Zulieferfabrik
regelmäßig nach Schichtende vor der Firmenleitung nackt ausziehen
mussten, damit nur ja kein Knopf entwendet werden konnte? Und wie zauberhaft
sind wohl tatsächlich jene Zauberstäbe, die Disney von Kindern
im Alter zwischen 7 und 15 Jahren herstellen hat lassen? Und das im
Land der unbegrenzten Möglichkeiten": Für durchschnittlich
1,35 Dollar pro Stunde haben die Kleinen in Kalifornien (wo der gesetzlich
vorgeschriebene Mindestlohn 6,25 US-Dollar beträgt) geschuftet.
Soweit zur Schattenseite von Micky Maus.
Du bist jetzt wütend
und empört - und nimmst dir fest vor, die Produkte der genannten
Firmen fortan strikt zu meiden? Eine verständliche Reaktion, nur
leider nicht in jedem Fall die angemessene. Diesen einfachen Weg wählen
ja immer wieder auch die Konzerne, wenn ihnen die Verbindung zu einem
Zulieferer mit kriminellen Methoden unwiderlegbar nachgewiesen wurde:
Sie wenden sich mit publikumswirksamer Empörung ab. Und durch den
plötzlichen Wegfall ihres wichtigsten (oft einzigen) Kunden müssen
die gebrandmarkten Fabriken meist schließen, die Arbeiter der
Region stehen dann ganz ohne Einkommen da. Genau das passiert eben jedes
Mal, wenn wir mit dem Finger auf andere zeigen, anstatt uns unserer
Verantwortung zu stellen. Solch mächtige Konzerne wie Adidas, Nike,
Levis oder Disney hätten mit ihrem Einfluss die Möglichkeit
und Pflicht, für bessere Verhältnisse unter ihren Mitarbeitern
zu sorgen. Doch genau so haben wir als Konsumenten die Macht, den Einfluss,
die Möglichkeiten und die Pflicht, unseren Beitrag für bessere
Verhältnisse am Markt und in der Welt zu leisten. Dazu müssen
wir das Problem aber erst einmal erkennen. Wir müssen bereit sein,
uns zu informieren, statt uns von Werbung einlullen zu lassen. Wir müssen
der Menschlichkeit und der Nachhaltigkeit neue Plätze in unserem
persönlichen Wertesystem geben. Das werden wir nur können,
wenn wir verstehen, dass selbst das Schicksal der Arbeiter im fernen
China oder in Indonesien sehr direkten Einfluss auf unser eigenes Schicksal
hat. Diese Verbindung wird offenbar, sobald wir unsere von der Werbung
suggerierten Bedürfnisse direkt in Relation zu unseren Gefühlen
setzen. Angenommen, Saturn hat einen DVD-Player von Samsung im Sonderangebot.
So ein Teil wollten wir schon lange, jetzt wäre die Gelegenheit
vermeintlich günstig. Wenn wir uns aber vorab informiert haben,
wissen wir, dass Samsung in seinen drei Fabriken in Tijuana schwangere
Frauen absichtlich schwere Arbeiten verrichten ließ oder zur Kündigung
zwang. Wollen wir den Player auch um diesen Preis? Ist Geiz jetzt immer
noch geil - oder bleibt uns der Slogan eher wortwörtlich im Halse
stecken? Zahlen wir nun nicht mit Freuden ein paar Euro mehr (oder warten
noch ein wenig, bis wir uns ein teureres Modell leisten können),
um unser Gewissen nicht so furchtbar belasten zu müssen?
Bewusstheit ist aber alles
Andere als ein Spielverderber, der einem nur die Freude an preiswerten
Anschaffungen vermiest. Bitte denke das nicht! Vielmehr ist Bewusstheit
eine Voraussetzung für ein glückliches und erfülltes
Leben. Auch für diese Behauptung lassen sich wieder sehr einfach
sehr eindrucksvolle Beweise finden. Da es in diesem Artikel um Konsum
geht, wähle ich mal
den Kreditkauf und den Fleischverzehr.
Wie bitte, Kreditkauf und Fleischverzehr? Das hat doch nun wirklich
nichts miteinander zu tun! Na, lass dich überraschen
:
Fragen wir uns zunächst einmal, warum uns der Erwerb eines Produkts
auf Kredit überhaupt erstrebenswert erscheint. Weil wir damit jetzt
gleich Dinge erhalten können, die wir uns zu diesem Zeitpunkt (oder
überhaupt) eigentlich nicht leisten können - na klar. Aber
stimmt das denn auch? Natürlich nicht - vielmehr ist hier sogar
das Gegenteil der Fall: Für ein geleastes Auto zahlen wir, abhängig
von Vertragsmodalitäten wie Verzinsung, Anzahlung, Laufzeit und
Höhe der Bearbeitungsgebühren unterm Strich gut und gerne
das Doppelte des Barpreises! Wie aber passt die Tatsache, dass wir hier
viel mehr bezahlen, mit dem Gedanken zusammen, dass wir uns die gewünschte
Sache anders gar nicht leisten könnten? Wie können wir uns
selbst so belügen? Die Antwort kennst du bereits: Es wurde uns
von den Nutznießern per Werbung und anderer Methoden der Gehirnwäsche
eingeredet.
Aber wir müssen es uns ja nicht einreden lassen. Bewusstheit kann
uns hier, heute und sofort aus der selbst gestellten Falle befreien.
Wenn unsere Träume nicht länger wüstenrot sind, dann
sind wir auch nicht mehr bereit, solch geradezu perverse Verdrehungen
der Wahrheit zu schlucken! Dann können wir uns auch klar machen,
dass es genau dieses Zins-System ist, woran unsere Wirtschaft krankt.
(genaueres dazu im Artikel auf S....). Mit offenen Augen verzichten
wir also leichten Herzens auf Kreditkäufe. Was wir uns jetzt nicht
leisten können, darauf warten wir eben ein wenig, anstatt das sofort"
so schrecklich teuer zu bezahlen. Sollten wir darüber hinaus zur
Einsicht gelangen, dass wir, was wir uns nicht leisten können,
auch nicht brauchen oder wollen, haben wir den Schlüssel zum Glück
gefunden!
Und weil wir die Augen
gerade so schön offen haben, werfen wir gleich einen Blick auf
die Fleischtheke. Was sehen wir da? Leckere Kalbschnitzel, appetitliches
Schweins-Faschiertes und saftige Lammkotletts? Oder die Leichenteile
unserer Mitgeschöpfe, welche wir in unfassbaren Massen lebenslang
quälen und nach Belieben hinrichten? Jetzt wird's ein bisschen
kritisch. Es geht ja gar nicht so sehr darum, ob du nun Fleisch isst
oder Vegetarier bist. Es geht zuerst einmal darum, dass wir wissen,
was wir tun. Wer von uns war schon selbst in einem Schlachthof?
Oder in einer dieser Eierfabriken, wo Hühner ihr ganzes Leben auf
kleinstem Raum aufeinandergestapelt verbringen müssen. Zu blutig,
zu grausam, warum sollen wir uns das antun? Na, weil diese Dinge auf
unseren Wunsch geschehen. Wie sonst kämen wir zu unserem preiswerten
Sonntagsbraten?
Verzeih meine harte Gangart, aber wir müssen es uns einfach klar
machen: Erst wenn es uns gelingt, die hypnotische Verleugnung zu durchbrechen
und endlich die Verbindung zwischen uns, dem lieben Kälbchen und
dem leckeren Schnitzel wahrzunehmen, werden wir frei. Erst jetzt können
wir uns wahrhaft frei entscheiden, ob wir Fleisch essen wollen oder
nicht. Die Entscheidung liegt absolut bei dir, hier gibt es kein Richtig
oder Falsch. Du solltest nur wissen, was du tust und deine Entscheidungen
auf Basis von Bewusstheit aller Tatsachen treffen, anstatt auf Basis
des einlullenden Geschwätzes der Profiteure. Du solltest dir vor
dem nächsten Besuch bei McDonalds vor Augen halten, was der weltgrößte
Rindfleischkäufer (alle 4 Stunden wird irgendwo auf dem Globus
eine neue Filiale eröffnet!) zwangsläufig anrichtet: Riesige
Regenwaldflächen werden für die Viehfuttergewinnung gerodet,
die Äcker der Bevölkerung in armen Ländern zweckentfremdet.
Rund die Hälfte der weltweiten Getreideernte wird als Viehfutter
verwendet, während die halbe Menschheit hungert - die Kühe
der Reichen fressen das Brot der Armen. Dass das Spielzeug aus den Happy-Meal-Tüten
gelegentlich von chinesischen Kindern hergestellt wurde, die bei 1,49
Euro Tageslohn (!) bis zu zwölf Stunden täglich schuften mussten,
sei in diesem Zusammenhang nur am Rande erwähnt. McDonalds,
ich liebe es!" - von wegen! Solche Fresstempel sind also in der Tat
eher zu meiden - nicht zuletzt der eigenen Gesundheit zu liebe. 
Damit kommen wir zu einem der dicksten Brocken, welche unserer Bewusstheit
als Konsument im Wege stehen: zur unheiligen Allianz zwischen dem Goldesel
Pflichtversicherung" auf der einen und der Pharma-Industrie sowie
Schulmedizin auf der anderen Seite. Hier auf das gesamte Geflecht aus
Illusionen eingehen zu wollen, welches wirtschaftliche Interessen im
Laufe der letzten Jahrzehnte rund um unsere Ansichten zum Thema Krankheit/Gesundheit
geflochten haben, ist schon aus Platzgründen ein aussichtsloses
Unterfangen. Falls dies aber nicht deine erste Auseinandersetzung mit
diesem Thema ist, hast du schon viel über Impfschäden, die
wahren Hintergründe von Krebs und AIDS, die Kinderdroge"
Ritalin (Psychopharmakum für hyperaktive" Kinder) oder die
Segnungen der Neuen Medizin gelesen. Sollte dem nicht so sein, kann
ich nur empfehlen, dich näher zu informieren - du wirst deinen
Augen kaum trauen! Genau das sollst du auch nicht, wenn dir im Fernsehen
der weltweit operierende Pillendreher Bayer einreden möchte, der
Magenkiller Aspirin sei die Medizin deines Lebens", oder wenn
dich Onkel Doktors sorgenvolle Miene zu Krebsvorsorge, Grippe- und Zeckenimpfung
oder AIDS-Test mahnt.
Stutzig machen sollte uns auch die mediale Panikmache rund um die Vogelgrippe
,
und dass alle dazugehörigen Impfstoffe und Medikamente bereits
ausverkauft sind, obwohl die Krankheit in Europa noch gar nicht ausgebrochen
ist. Weder jener Papagei, der in England tot von seiner Stange fiel,
noch der altersschwache sterbende Schwan vom Ostufer des Neusiedlersees
waren mit Vogelgrippe infiziert - und dennoch ist es österreichischen
Hühnern, Enten und Gänsen seit Wochen unter Androhung hoher
Geldstrafen verboten, friedlich in der Erde zu scharren!?
Pharmakonzerne wie Aventis, Bayer oder Schering sind immer wieder in
eine ganze Palette von Straftaten verstrickt - sie reicht von gefälschten
Studien über Bestechung und unethische Medikamentenversuche mit
häufig tödlichem Ausgang bis hin zur Finanzierung von Kriegen,
um den Rohstoffnachschub zu sichern. Ärzte, die deren Produkte
verschreiben, machen sich unbewusst zu Handlangern. Genau wie Konsumenten,
die sie ohne nachzudenken schlucken.
Wem aber können wir noch trauen, wenn die Halbgötter in Weiß
als Götzen des Mammons demaskiert wurden? Na, uns selbst. Der Blick
hinter die Kulissen der kapitalistischen Marktwirtschaft mag gerade
hier zunächst schmerzhaft sein - doch wo Bewusstheit entsteht,
da wachsen auch ganz von selbst Gespür und Wissen darum, wer oder
was uns wirklich helfen, heilen und aufrichtig informieren kann. Sind
Heilpraktiker tatsächlich nur bessere Quacksalber, wie es uns die
Schulmedizin glauben machen möchte? Sind sanfte Alternativen wie
Naturheilkunde oder die Neue Medizin schon deshalb Humbug, weil es durch
Werbeschaltungen bestochene Medien behaupten? Ist ein Schamane automatisch
ein Scharlatan, weil er keinen weißen Kittel trägt? Finde
es doch einfach selbst raus, indem du auch mal etwas anderem Lesestoff
den Vorzug gibst (was du ja offenbar bereits tust), die Glotze ab- und
deinen Forschergeist einschaltest. Denn es ist doch ganz simpel: Wer
heilt, hat Recht.
Nur ein Wirtschaftszweig
ist womöglich noch gieriger und rücksichtsloser in seinen
Methoden, als der Medizinbetrieb - die Energie-Industrie. Unternehmen
wie Agip, BP, Exxon Mobil (Esso), ÖMV, Shell und Total sind knietief
in die Finanzierung von Bürgerkriegen und Waffenhandel verstrickt,
kooperieren mit Militärdiktaturen in aller Welt, zerstören
zu ihrem Vorteil die Lebensgrundlagen der Bevölkerungen in Fördergebieten,
vernichten in großem Stil die Umwelt und torpedieren wichtige
Klimaschutzmaßnahmen. Allein der letzte Punkt auf dieser Liste
des Schreckens sollte schon genügen, um uns erkennen zu lassen,
dass wir mit jeder Tankfüllung unseren eigenen Untergang finanzieren!
Da brauche ich gar keine vermeintlichen Verschwörungstheorien zu
bemühen; da wird es fast schon zur Nebensache, dass die Ereignisse
des 11. September und die Kriege in Afghanistan und gegen den Irak ursächlich
mit dem Schwarzen Gold zusammenhängen. Selbst den Hinweis, dass
der internationale Terrorismus (wer immer ihn nun tatsächlich unterstützt
und finanziert) entweder ein Ablenkungsmanöver der einen, oder
schlicht die Antwort der anderen Seite auf Konflikte um die Ölreserven
unserer Welt ist, kann ich mir eigentlich sparen. Und vom Wahnsinn der
Kernkraft mit ihren Unfallrisiken und der nach wie vor völlig ungeklärten
Frage um die Endlagerung ihres hochgiftigen Abfalls brauche ich gar
nicht erst anzufangen. Lieber verweise ich nochmals darauf, wohin das
umstrittene Öl und der giftige Strom wandern: in dein Auto und
in meines, in unsere Heizungen, Lampen, Fernseher und Computer. Wir
sind die Kunden. Für wen würden die Menschen in den Kriegsgebieten
also sterben, wenn nicht für uns? Für unseren Lebensstil.
Und wenn nicht irgendwann auch wir selbst daran umkommen wollen, ist
es höchste Zeit, genau diesen Lebensstil zu hinterfragen! Nur als
kleine Anregung: Ein Fahrrad hält fit, die öffentlichen Verkehrsmittel
sind meistens besser als ihr Ruf und Fahrgemeinschaften im Auto gut
gegen Langeweile
Am Ende unserer gemeinsamen
Exkursion in die Regionen des bewussten Verbrauchs stoßen wir
auf jene fundamentale Wahrheit, die unsere Gesellschaft nicht akzeptieren
mag: Wir leben in einem Überfluss, den es in Wahrheit gar nicht
gibt. Wusstest du in diesem Zusammenhang, dass die Hälfte (!) aller
Zeitschriften und Zeitungen im Kioskverkauf weggeworfen werden? (
übrigens
mit ein Grund, warum es auch die WEGE größtenteils nur im
Abo gibt! Anm.d.Red.) Bei Werbebeilagen sind es bis zu 90 Prozent,
die ungelesen in den Müll wandern. All das ist kalkuliert, denn
unsere Vertriebswege funktionieren nun mal so. Eine Hälfte der
Menschheit nimmt der anderen die Lebensgrundlagen, um sie nur mal so
wegwerfen zu können. Nur mal so holzen wir unsere Sauerstoff spendenden
Wälder ab und hören weg, wenn Umweltspinner" vor katastrophalen
Folgen waren. Damit das Orchester auf der Titanic laut genug spielen
kann, dass wir die Todesschreie um uns nicht hören müssen,
opfern wir auch noch die Ressourcen unserer Kinder.
Aber es ist noch nicht zu spät. Wir können unsere Lieblingszeitschrift
ja auch abonnieren, wir können sogar neue, bessere und nachhaltigere
Vertriebsstrukturen finden. Wir können uns vom blinden Konsum ab-
und den Schönheiten des Lebens zuwenden. Ist gar nicht schwer,
wir müssen es nur wollen. Wir können uns denen anschließen,
die bereits aufgewacht sind und den Eisberg sehen. Bald werden wir genug
sein, um das Ruder des Dampfers noch rechtzeitig herumzureißen!
Das Beste kommt wie immer zum Schluss: Wir brauchen auf gar nichts zu
verzichten, auf das wir nicht verzichten wollen! Wer sich alle Folgen
seines Handelns klar macht, der wird ganz von selbst die richtigen Entscheidungen
treffen WOLLEN. Wir brauchen die Bewusstheit nur in unser Leben einzuladen
und Schritt für Schritt zu trainieren, dann werden Eigenverantwortung,
Glück und Zufriedenheit von alleine folgen. Wir können das
Gefühl ablegen, finsteren Mächten ausgeliefert zu sein und
unser Schicksal selbst in die Hand nehmen. Wir könnten uns fragen,
ob der Spaß am Leben nicht erst (wieder) richtig anfängt,
wenn wir den uns aufgezwungenen Verlockungen entsagen. Dann werden wir
Erstaunliches feststellen: Die Menge an Konsum verhält sich tatsächlich
oft umgekehrt proportional zum Spaß, den jemand im Leben hat.
Machen wir uns das bewusst, wortwörtlich. Ganz bewusst können
und werden wir die Welt retten. Ganz bewusst werden wir die Müllkippe
wieder zum Paradies machen. Indem wir uns selbst retten, retten wir
die Welt. Und indem wir die Welt retten, retten wir uns selbst. Aber
wir sollten jetzt gleich damit anfangen. Denn: Wenn nicht du, wer dann?
Wenn nicht heute, wann dann?
Michael Labiner
Jg. 1960, lernte Journalismus bei Tageszeitungen, leitete
11 Jahre lang einen eigenen Verlag für Computermagazine und startete
ein Internet-Projekt in Costa Rica. In einer großen Lebenskrise
fand er den Weg zu seiner spirituellen Wahrheit. Heute lebt er nahe
München und arbeitet als freier Autor.
E-mail-Kontakt: Michael.Labiner@gmx.de
von Klaus Werner & Hans Weiss (Deuticke, 2003)
von Naomi Klein (Riemann/One Earth Spirit, 2001)
von Alissa Quart (Riemann, 2003)
von Klaus Werner & Thomas Seifert (Deuticke Verlag, 2005)
von Franz Alt (Riemann/One Earth Spirit, 2005)
von Franz Alt (Riemann/One Earth Spirit, 2002)
Bestellmöglichkeit für das Marken-Schwarzbuch, direkte
Infos über einzelne Firmen, incl. Protestnoten
Informationen und Hintergrundwissen über internationale Konzerne
Eine der größten Menschenrechtsorganisationen der Welt
Informationen zu unsauberen Machenschaften der Textilindustrie
Beobachtet seit 15 Jahren die Aktivitäten der Pharmaindustrie in
der sog. Dritten Welt
Bezugsquellen für Lebensmittel aus fairem Handel
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