NEU!
Meditation macht Spaß!

Ab 2008 bringt Samarpan P. Powels ein wenig frischen Wind in unseren Meditationsalltag. Sie ist 1958 geboren, Herausgeberin von FindYourNose.com, Diplom Kauffrau, Reiki Meisterin, Meditationsleiterin, Dozentin…


Liebe WEGE-Freunde!


Meine ganze Leidenschaft gehört der Meditation. Seit 20 Jahren studiere und experimentiere ich mit den unterschiedlichsten Techniken. Es gibt so viele einfache und unkomplizierte Meditationsmethoden, die sich wundervoll in den Alltag integrieren lassen. Meditation ist keine ernste Angelegenheit, sie macht total Spaß! Das Leben wird zu einem Abenteuer, das sich nie wiederholt. Täglich gewährt es neue Einblicke - über sich selbst und die Umgebung. Die kleinen Geschichten und Techniken der Weisheit des Meisters Osho, die ich ab jetzt in der WEGE vorstellen werde, helfen dir, dich auch während des Tages an das Wesentliche zu erinnern.

Viel Spaß beim Experimentieren
wünscht euch
Samarpan


P.S.

Schau mal vorbei auf meinem Online Magazin FindYourNose - Finde Deine Nase durch Meditation! Der Name bezieht sich auf eine Methode, mit der ich schon seit Längerem experimentiere:
„Was immer du auch tust, sei dir deiner Nase bewusst. Also auch jetzt, beim
Lesen dieser Zeilen, sei dir deiner Nase bewusst. Schaue entspannt und sehe und fühle deine Nase."
Diese hinduistische Methode klingt einfach, es braucht jedoch einige Übung, sich ständig daran zu erinnern. Die Technik half mir sehr, mich zu zentrieren. Das wäre ein idealer Name für eine Website, so dachte ich und schon war www.FindYourNose.com - das Online Magazin für Meditation im Alltag geboren.
Täglich setze ich neue Beiträge in das bunte Magazin, die mich beflügeln. Es geht um entspanntes Arbeiten, um hingebungsvolles Lieben und vor allem darum, sich zu feiern.



Die sexuelle Energie befreien

„Wenn die sexuelle Energie frei fließt und alles im Körper summt und brummt, dann bleibt alles im Einklang. Dann bist du einfach in Harmonie und es entsteht ein natürliches Gleichgewicht. Wenn die sexuelle Energie irgendwo stecken bleibt und sich staut, dann gibt es im ganzen Körper Rückwirkungen...

Vom Kopf in den Körper

Zuerst wird es sich auf den Kopf auswirken, weil Sex und der Kopf zwei gegensätzliche Pole sind. Deshalb verlieren Menschen, die zu stark im Kopf sind, ihre Fähigkeit zum Orgasmus. Sie vergessen ihre sexuellen Energien, vernachlässigen oder unterdrücken sie. Sexuell unterdrückte Menschen bleiben im Kopf, dort sitzt dann ihre ganze Freude. Wenn der Kopf zu einer Art Diktator wird, dann leidet der ganze Körper darunter. Um deine sexuelle Energie wieder ins Fließen zu bringen, kannst du Folgendes tun:

Anleitung zum orgastischen Schütteln

Jeden Morgen, gleich nach dem Aufwachen, stelle dich in die Mitte des Raumes und beginne, deinen ganzen Körper zu schütteln. Sei wie ein Mixbecher, ein Shaker - schüttle den ganzen Körper, von der Zehe bis zum Kopf und fühle, wie nahezu orgastisch sich das anfühlt... fast so, als bekämst du einen sexuellen Orgasmus. Genieße das Schütteln, unterstütze es, und wenn du magst, mache auch ein paar Töne dazu. Genieße es einfach, dich 10 Minuten lang zu schütteln.

Dann rubble den ganzen Körper mit einem trockenen Handtuch ab und dusche dich. Mache das jeden Morgen und schon nach zwei oder drei Wochen, wirst du spüren, dass sich ein Gleichgewicht im Körper einstellt!

(Osho Zitat aus „Far Beyond the Stars!“)


Einfach Schauen und STILL werden

Wir sind es gewohnt, unsere ganze Umwelt ständig in Gedanken und Worte zu fassen, in Philosophien, Theorien und Ideologien. Durch die Fixierung auf Sprache und Worte verlernen wir, einfach wahrzunehmen was wirklich IST…

Auf innere Worte verzichten

Du siehst eine Rose. Was kannst du über sie denken? In dem Moment, wo du sagst „Sie ist sehr schön“, hast du dich weit von ihr entfernt - von ihrem So-Sein, von ihrer Wirklichkeit. Dein Verstand hat sich eingeschaltet - und gleich löst das Wort schön eine Kette von Assoziationen in dir aus. Dann denkst du an einen Mann, den du schön fandest, ein Gedicht, dass du schön fandest… aber die Rose hast du vergessen! Du bist in einen Gedankenzug eingestiegen, der endlos ist…

Hier 3 Meditationen, die überall praktiziert werden können:
  • Sieh ohne Worte, was IST: Wenn du nah bei einer Blume bist, sei einfach mit ihr. Lass kein Wort zwischen dich und die Blume treten. Schaue nur, ganz aufmerksam und bewusst, und lass alle Gedanken beiseite. In dieser Gedankenpause wird die Blume dir ihre Schönheit offenbaren. Das ist Meditation.
  • Meditiere mit dem Mond, wie mit einem Freund. Schau in seine Augen - und denke nichts dabei.
  • Schaue manchmal in dein eigenes Gesicht im Spiegel - schau einfach nur, lass deinen Blick stark, kräftig und durchdringend sein, aber denke nichts dabei.

Wenn du dies öfter übst, dann werden in dir langsam, ganz langsam Pausen voller Stille entstehen Wenn alle Worte und Gedanken verschwunden sind, dann bewegt sich nichts mehr, es weht kein Wind mehr, alles ist ruhig und still. Wenn kein Gedanke deinen Kopf bewölkt, denkst du nicht mehr, sondern BIST wirklich reines Bewusstsein, unbewölkt, ein wolkenloser Himmel. In dieser Stille dringst du in die Wirklichkeit vor. Die Wirklichkeit kannst du nur sehen, aber du kannst nicht über sie nachdenken - denn wenn du über sie nachdenkst, entfernst du dich mehr und mehr von ihr.


Fühle und berühre deine Mitte!

In Partnerschaften und allen zwischenmenschlichen Beziehungen kommt es vor, dass dein Gegenüber mal schlechte Laune hat, dir Vorwürfe macht oder mit Schuldzuweisungen daherkommt. Da gilt es, zentriert zu bleiben und auf die Wahrheit zu schauen: Hat er oder sie Recht? Oder projiziert der Andere etwa seine eigenen Schwächen, Probleme, Ängste… auf mich? In solchen Situationen ist förderlich für alle Beteiligten, wenn du dabei in deinem Zentrum bleibst. Hier also…

Eine Meditationstechnik zur Zentrierung
Deine Mitte ist das Hara. Dort liegt das Zentrum, von dem aus man ins Leben eintritt und das Leben auch wieder verlässt - es ist also der Kontaktpunkt zwischen dem Körper und der Seele. Wenn du dich irgendwie schwanken fühlst, und nicht in deiner Mitte bleiben kannst, beweist dies nur, dass du nicht mehr mit deinem Hara in Kontakt bist. Also musst du diese Berührung wieder herstellen:

Lege dich abends zum Einschlafen auf dein Bett, verschränke beide Hände über dem Hara (dein 2. Chakra, liegt ca. 5 cm unterhalb deines Nabels) und übe ein wenig Druck darauf aus. Beginne nun, tief dorthin zu atmen, und spüre, wie sich dein Zentrum mit dem Atem hebt und senkt. Spüre deine gesamte Energie dort, als würdest du mehr und mehr schrumpfen und wärst nun nur noch dieses kleine Zentrum - eine stark zusammen geballte Energie. Mache das 10-15 Minuten lang und schlafe dann ein… Das Zentrieren dauert die ganze Nacht über an. Das Unterbewusstsein geht während des Schlafes immer wieder zum Hara und zentriert sich dort - die ganze Nacht lang, ohne dass du es bewusst bemerkst…

Am Morgen, wenn du aufwachst, öffne nicht sofort die Augen. Lege deine Hände wieder auf dein Zentrum im Bauch und übe noch einmal ein wenig Druck darauf aus. Drücke auf deinen Bauch und beginne zu atmen - spüre wieder das Hara. Tu das 10-15 Minuten lang und stehe danne erst dann auf.

Diese Übung wird dir hilfreich sein, um dich auch im Alltag zu zentrieren. Praktiziere sie jeden Abend und jeden Morgen - und innerhalb von drei Monaten wirst du beginnen, deine Mitte in jedem Moment zu fühlen.
 (Osho in „A Rose is a Rose is a Rose“)



Lege deine RÜSTUNG ab!

Aus einer diffusen Angst vor der Welt haben wir uns alle möglichen Schutzmechanismen zugelegt und meinen, dass es sich in deren Mauern „sicherer“ leben lässt.
Die Wahrheit ist aber umgekehrt: Unsere Rüstungen halten uns vom Loslassen ab, und somit von den Geschenken des Lebens. Hier also drei Alltags-Meditationen zum Loslassen von Schutzmechanismen:


1. Wann immer du Zeit hast: Atme tief aus
Wann immer du gehst oder sitzt oder gerade nichts tust, atme tief aus. Die Betonung liegt auf dem Ausatmen. Atme also tief aus, durch den Mund - lass so viel Luft hinaus, wie du kannst - ganz langsam, damit es eine Weile dauert... Je länger desto besser, denn dann geht es tiefer. Wenn du alle Luft hinausgeworfen hast, dann atmet der Körper von selbst ein - also nicht DU aktiv einatmen, sondern es geschehen lassen. Atme so mehrere Male - langsam und tief aus und schnell ein. Dies wird deinen Schutzmechanismus sowohl im Brust-, als auch im Halsbereich öffnen.

2. Jogging Meditation: Renne um dein Leben
Wurdest du als Kind in deiner Freiheit zu sehr eingeschränkt? Hat man dich vielleicht ständig ermahnt, dieses zu tun und jenes zu lassen, so und nicht anders zu sein, hierhin zu gehen, aber nicht dorthin?… Dann könnte ein Schutzmechanismus in deinen Beinen stecken, den du beim Joggen auflösen kannst… ein Kilometer genügt schon:
Stell dir beim Laufen einfach vor, wie eine Last aus deinen Beinen weicht - und richte  deine Aufmerksamkeit dabei hauptsächlich auf die Ausatmung. Hast du deine Beine und ihre Leichtigkeit beim Laufen erst wieder zurück gewonnen, wirst du einen großen Energie-Fluss in dir aufsteigen fühlen.

3. Vor dem Schlafengehen: Die Rüstung ablegen
Wenn du dich abends vor dem Bettgehen ausziehst, dann stell dir vor, dass du nicht nur deine Kleidung, sondern auch deine Rüstung ausziehst. Mach es genau so! Leg deine Kleider ab und atme tief ein - und dann leg dich schlafen, ganz ohne Rüstung und ohne Schutzmechanismus. Du hast nichts mehr am Körper und bist ohne eingrenzende Beschränkung.

                                                                      (Osho, aus „Hammer on the rock“)

 


Meditation bringt absoluten Luxus

… doch dieser Luxus hat nichts mit Geld zu tun. Und auch nicht mit der Manifestation von Geld und Reichtum durch „Geisteskraft“, wie in The Secret und anderen Eso-Kreisen propagiert wird… Denn Meditation ist einfach absolute Präsenz, sie hat kein Ziel und wählt also auch nicht, Geld zu haben oder nicht zu haben.
Und trotzdem stimmt es, dass Meditation zum größten Luxus führt: Du fühlst dich in dir selbst und in dieser Welt Zuhause, brauchst dich nicht unnötig zu sorgen und kannst vertrauen!

Ein Gedicht des Zen Meisters Ryokan:

Ohne das kleinste bisschen Ehrgeiz übrig
lasse ich meine Natur fließen, wohin sie will.
Es gibt noch für zehn Tage Reis in meiner Tasche
und neben dem Herd ein Bund Feuerholz.
Wer plappert da von Illusion oder Nirvana?
Ich vergesse den gleichen nichts sagenden Staub von Namen und Reichtum - und während ich auf den nächtlichen Regen höre, wie er auf das Dach meiner Hütte prasselt, sitze ich entspannt, beide Beine ausgestreckt.


Zen Meister Ryokan ist ein ausgesprochen klarer und scharfsinniger Mensch, der die Dinge sagt, wie sie sind:
Es gibt keine Richtung, kein Schicksal, das ich erfüllen muss. Ich gebe meiner Natur die totale Freiheit.
Es gibt noch für zehn Tage Reis in meiner Tasche. Das ist genug. Wer lebt mit Gewissheit länger als zehn Tage? Die Natur hat bis hierher gesorgt, sie wird sich auch nach zehn Tagen weiterhin um mich kümmern. Ich brauche nichts zu sammeln, es ist genug da.…
Und neben dem Herd ein Bund Feuerholz. Welcher Reichtum! - Wer plappert da von Illusion oder Nirvana? Wen kümmerts, ob ich erleuchtet bin oder nicht, ob ich in Illusionen lebe, in einem Traum oder in Nirvana? …
DAS ist äußerste Entspannung - keine Sorge, noch nicht einmal ums Nirvana, alles ist so still ... Ich sitze entspannt, beide Beine ausgestreckt, als ob die Zeit still sehen würde und nichts irgendeine Bedeutung hat. Das ist der Zustand, von dem du sagen kannst, dass du Zuhause angekommen bist.

(Osho, aus „The Original Man“)

Sich selbst unterstützen und nähren
Die große Qualität der Familie ist, Sicherheit und Schutz zu bieten. Im übertragenen Sinne verlangt die folgende Meditationstechnik das Gleiche:
Sich selbst eine warme, fürsorgliche Mutter zu sein…

So wie eine Henne ihre Küken bemuttert,
so bemuttere auch Du gewisse Erkenntnisse
und ganz bestimmte Handlungen in der Wirklichkeit.

Warum „gewisse Erkenntnisse“ bemuttern?
Was du im Alltag normalerweise bekümmerst, sind bestimmte Theorien oder heilige Schriften… Du bemutterst Hypothesen, Glaubenssysteme, Philosophien, Weltanschauungen... aber keine bestimmten Erkenntnisse von dir selbst.
Das Sutra fordert: Wirf alles, was nicht von dir kommt, auf den Müll. Heilige Schriften, Theorien, das alles bringt nichts. Mach lieber deine eigenen, echten Erfahrungen, deine eigenen Erkenntnisse und nähre sie. Wie trivial das eigene Verstehen auch immer sein mag - eine wirkliche, tiefe Erkenntnis ist etwas, auf dem du dein Leben aufbauen kannst. Die Einsichten mögen sein, was sie wollen, achte nur immer darauf, dass es wirkliche, konkrete Erkenntnisse sind, Dinge, die du selbst ganz eigenständig erkannt hast.
Denn der zweite Schlüssel in dieser Weisheit sind die Worte „in der Wirklichkeit“. Du tust nämlich viel zu viele Dinge in  deinen Träumen, deiner Vorstellung - nicht in der Wirklichkeit. Höre auf damit, deine Vorstellungen zu nähren. Es wird nicht leicht sein, denn du hast so viel in deine Träumereien investiert. Wenn du dich plötzlich völlig davor zurückziehst, dann wirst du das Gefühl haben, unterzugehen und zu sterben, weil du gewohnt bist, im „Später“ und „Dann“ zu leben und immer irgendwo anders zu sein...
Lass das sein - und lebe im Hier und Jetzt!
(Osho, Das Buch der Geheimnisse)

 



Gefühle vertiefen, Sinne benutzen

Es gibt eine einfache Technik, nicht so vom ständigen Gedankenstrom beeinflusst zu werden: die Sinne benutzen.
Hören, Fühlen, Schmecken, Riechen und Sehen mit ganzer Aufmerksamkeit und Wachheit - eine Meditationstechnik aus dem Tantra.


Denke nicht - Fühle!
Du sitzt im Garten, der Verkehr rauscht vorbei, und von überall dringen Geräusche und Laute herein. Schließe einfach die Augen und finde heraus, welcher Laut von allen Lauten um dich her der subtilste ist…
Eine Krähe krächzt: Konzentriere dich ganz auf das Geräusch dieser Krähe. Der ganze Verkehrslärm geht weiter. Das Krächzen ist so unmerklich, dass du es nur dann heraushören kannst, wenn du deine Aufmerksamkeit total darauf lenkst. Aber wenn du dich ganz darauf konzentrierst, wird der Verkehrslärm weit zurückweichen, und die Krähe wird in den Mittelpunkt rücken. Nun hörst du nur das Krächzen, mit all seinen Nuancen - kaum hörbar, aber du wirst es hören können.
Entwickle deine Empfindsamkeit. Egal ob du etwas berührst oder hörst oder isst oder ein Bad nimmst - lass deine Sinne offen sein.

Und denke nicht nach - fühle!

Du stehst unter der Dusche: Spüre, wie die Kühle des Wassers dich berieselt. Denke nicht darüber nach; sag nicht sofort: „Oh, wie kühl ist das, wie wunderbar kalt, wie gut das tut!” Sag überhaupt nichts - denn im selben Augenblick, wo du verbalisierst, versäumst du das Fühlen. Kaum drängen sich die Worte dazwischen, hat der Verstand zu arbeiten begonnen. Verbalisiere nichts. Fühle die Kühle, aber sage nicht, dass es kühl ist.
Wir reden immer irgendetwas daher, ohne auch nur zu merken, was wir da sagen. Höre auf zu verbalisieren, nur so kannst du deine Gefühle vertiefen. Wenn du es schaffst, deine Gefühle zu vertiefen, dann kann diese Technik für dich Wunder wirken.
(Osho, Das Buch der Geheimnisse)


Egal ob Stress, Angst, Liebeskummer oder Troubles mit den Kindern... Diese Meditationsmethode beseitigt wirklich alle (!) Probleme - weil sie letztendlich DICH beseitigt... ;-)


Du bist eine Welle im Ozean

„Wir sind nur Wellen in einem kosmischen Meer.“


Meditiere über diesen Satz - lass dieses Gefühl tief in dich eindringen.

Beginne das Einatmen wie das Aufsteigen einer Welle zu empfinden. Du atmest ein, du atmest aus - und der Atem, der in dich eindringt, war nur einen Augenblick zuvor noch der Atem eines Anderen. Der Atem, der dich verlässt, wird schon im nächsten Augenblick zum Atem eines Anderen werden. Das Atmen ist nur das Wogen auf dem Ozean des Lebens. Du bist nicht getrennt - du bist nur eine Welle. Tief drinnen bist du eins. Wir hängen alle zusammen. Individualität ist unecht und illusorisch. Das Ego ist die einzige Barriere. Individualität scheint vorhanden zu sein, ist aber nicht wirklich. Das Wirkliche ist das Nicht-Individuelle, das Ozeanische, die Einheit.

Fühle, wenn du atmest wie der Ozean in dir atmet. Der Ozean kommt zu dir, geht wieder hinaus, kommt herein, geht hinaus. Fühle mit jedem Einatmen eine Welle in dir aufsteigen, fühle mit jedem Ausatmen ein Welle sterben. Und zwischen den beiden - was bist du da? Nur ein Nichts: Shunya, eine Leere. Durch dieses Gefühl von Leere wirst du transformiert werden. Durch dieses Gefühl, ein Nichts zu sein, wird all dein Unglück verschwinden, denn Unglück erfordert einen Mittelpunkt.

Die Leere ist dein wirklicher Mittelpunkt. Dort existiert kein Elend, dort befindest du dich in einem tiefen Wohlsein. Denn ohne dich selbst kannst du kein Unglück erzeugen. Wenn du nicht existierst, wer kann da noch verspannt sein? Du bist voller Seligkeit. Nicht, dass du von Seligkeit erfüllt wärest: Aber da du nicht da bist, ist eben nur Seligkeit da.

So wie die Wellen mit Wasser
Und die Flammen mit Feuer daherkommen,
so wogt das Universelle mit uns.


Du bist nicht - nur das Universelle ist, und es wogt durch dich hindurch. Fühle es, versenke dich hinein, meditiere darüber. Lass es zu, dass es dir widerfährt - in vieler verschiedener Art und Weise.

(Osho, Das Buch der Geheimnisse)


Fühle mit jedem Lebewesen

Es ist ganz normal: Jeder denkt nur an sich. Geliebt wird, wer oder was MIR gut tut. Du empfindest dein Bewusstsein als deines, aber das Bewusstsein anderer fühlst du nie. Du kannst allenfalls logisch nachvollziehen, dass die Anderen auch bewusst sein müssen… aber du empfindest sie nicht als bewusst. Du siehst die Welt um dich herum - aber das Herz wird von ihr nicht berührt. Das ist der Grund, warum wir mit anderen umgehen, als wären sie keine Personen, sondern Dinge. Wir nehmen immer nur unser eigenes Selbst wahr.

Die folgende Meditation zeigt dir den Einstieg in eine völlig neue Welt - eine Welt, in der jedes Lebewesen gefühlt und daher auch geliebt werden kann:

Empfinde das Bewusstsein jedes Menschen so, als wäre es dein eigenes Bewusstsein.
Werde so zu jedem Lebewesen, ohne Rücksicht auf dein Selbst.


Versuche einmal täglich eine Stunde mit etwas Lebendigem empathisch und mitfühlend zu sein. Setz dich z.B. an einen Baum und spüre, wie sich der Baum anfühlt. Der Wind frischt auf und der ganze Baum beginnt sich zu schütteln und zu beben. Spüre das Schütteln und Beben in dir. Der Baum ist lebendig, er fühlt. Wenn du eins mit ihm wirst, dann wirst du das am eigenen Körper erfahren.


Anfangs wirst du dir dabei albern vorkommen und vielleicht denken: Was mache ich hier? Aber das ist nur am Anfang so. Sobald du diese Welt betreten hast, in der alles Leben gefühlt werden kann, wird dir die gewohnte Welt verrückt vorkommen. Das Leben schenkt mit vollen Händen - und wir bekommen nichts davon mit, weil wir so verschlossen und mit uns selbst beschäftigt sind. Wir lassen das Leben nicht in uns hinein. Das Leben kann nur zu uns kommen, wenn wir uns ins Leben begeben.

(Osho, Das Buch der Geheimnisse)



Augenblicke der Achtsamkeit

Kleine Übungen zur Entspannung und Meditation im Alltag

Meditationen von Rafia Günther Vetter (Meditations- und Liebestherapeut, spiritueller Lehrer)

http://www.liebestherapie.at



Wer bin ICH…?

Die Frage aller Fragen. Sie bewegt uns Menschen seit Urzeiten. Und seit Urzeiten werden Antworten darauf gesucht und immer wieder welche gefunden… und auch wieder verworfen. Dennoch sollten wir uns immer wieder aus Neue dieser Frage stellen. Denn gerade heute - in einer Zeit, in der wir unsere Werte so sehr im Außen suchen - brauchen wir sie zur Anregung, als Aufforderung den Weg zu sich selbst zu suchen. Dieser Weg braucht, so wie ich ihn verstehe, keine geistig-intellektuelle Auseinandersetzung. Es geht dabei auch gar nicht um das Finden einer Antwort, die ich hier auch nicht geben kann. Es geht vielmehr um eine zutiefst meditative Erfahrungsmöglichkeit, zu der uns diese Frage einlädt!

Drum lass uns doch einfach JETZT, in diesem Moment beginnen - da, wo du dich gerade befindest…

• Du liest diese Zeilen, und deine Aufmerksamkeit ist bei diesen Worten. Führe nun langsam einen Teil deiner Aufmerksamkeit hin zu deiner Körperwahrnehmung: Welche Position nimmst du gerade ein?… Stehend, sitzend, liegend?… Was ist mit dir in Kontakt… mit deinen Füßen, Hintern, Armen, Rücken…? Wie fühlt sich das an… angenehm, entspannt, angespannt (was ist angespannt)? Einfach nur wahrnehmen!… Du kannst deinen Atem fühlen, deine Brust/Bauch wie sie sich heben und senken. Langsam bekommst du eine körperliche Wahrnehmung von dir…

• Und jetzt lass deine Wahrnehmung sich erweitern, feiner werden… Wie nimmst du dich als Gesamtereignis in diesem Setting wahr… in diesem Raum, in dieser Situation, in dieser Welt…? Wie erfährst du dein momentanes So-Sein? Wie erlebst du deine innere Befindlichkeit?… Wie auch immer du dich gerade fühlst, was immer dich gerade bewegt - nimm dich einfach als Ganzes wahr: So bist du JETZT!

• Bleib mit deiner Aufmerksamkeit in deinem Wach-Sein für dein Hier und Jetzt, ohne etwas zu bewerten, beschreiben oder einordnen zu wollen! Sag einfach JA zu deinem jetzigen So-Sein! Wenn du bereit bist, alles was du wahrnimmst in diesem Moment ohne Bewertung anzunehmen - dann bist du bei und in dir angekommen. Dann sind da weder Fragen noch Antworten! Denn du bist JETZT in deinem gegenwärtigen Sein präsent!

Probiere es immer wieder aus, es bedarf keinerlei Vorbereitung - und du wirst immer besser zu dir selbst zurückfinden, dich in dir selbst erkennen! Dein Selbst-Bewusstsein, deine Selbst-Sicherheit, dein „Ich bin“… findest du nicht im Außen, sondern in dir selbst!

Praxis der Liebe

Bei „Liebe“ denken wir meist an die romantische, die erotische oder die große kosmische Liebe. Hier soll es aber mal um die kleine, einfache, alltägliche Liebe gehen. Diese „ganz normale“ Liebe beginnt dort, wo unsere bewusste Zuwendung stattfindet. Der bloße Akt der Zuwendung ist der Einstieg, alles Weitere geschieht dann ganz von selbst - denn wir können Liebe ja nicht „tun“ oder „machen“! Liebe endet unweigerlich dort, wo der Zweck, der Nutzen beginnt! Wenn du dich einem Thema, einem Gefühl, einem Menschen deshalb zuwendest, um eins deiner Ziele zu erreichen oder deine Wünsche oder Vorstellungen zu erfüllen, dann bist du in der Praxis des Erfolgs, aber nicht mehr in der Praxis der Liebe!
Da wir alle vom zielorientierten Erfolgsdenken geprägt sind, ist uns die Praxis der Liebe, die kein Ziel verfolgt, vielleicht etwas fremd. Doch lass dich davon nicht beirren, beginn einfach:

• Nimm dir etwas Zeit für einen kleinen Rückzug vom Alltag und mach’s dir bequem.
• Wende dich jetzt mit deiner Aufmerksamkeit einem für dich unangenehmen, „negativen“ Aspekt, einer Situation, einer Eigenschaft, einem Gefühl zu - und zwar ganz neutral, ohne die gewohnte Ablehnung.
• Nun gib diesem Teil Raum und Zeit und warte… Bleib einfach mit dem in Verbindung, was du jetzt fühlst - ohne bestimmte Vorstellungen oder vorgefasste Meinungen! Versuche zu ergründen, was sich dir in dieser Zuwendung zeigen will, sei ganz fühlend, sei offen für das noch nicht Erkennbare, für dein „nicht Wissen“. Beobachte einfach neugierig, was sich in diesem Prozess deiner fühlenden Wahrnehmung zeigt. Dieses „So-lassen-Können“ ist der wesentlichste Inhalt einer Praxis der Liebe. Kann ich etwas so lassen wie es ist, dann kann das, was größer als ich ist, unabhängig von meinen Wünschen und Befürchtungen zu wirken beginnen. Doch Achtung Falle: Sind jetzt Erwartungen entstanden? Vergiss sie und bleibe bei deiner fühlenden Wahrnehmung, deiner wertungsfreien Zuwendung und sei bereit, dich überraschen zu lassen! Nur so kann das Größere in dir wirken!
• Beende diese Innenschau mit einem bewussten Abschließen, Loslassen und Rückkehren in deine Alltagsgegenwart.

Noch ein Tipp: Beginne nicht mit deinen größten Problemen, fang mit den kleinen an. Wir alle lernten einmal mit ganz kleinen Schritten laufen!


Eros - Kosmos

Mit „Meditation“ verbinden wir meist nur das Erreichen eines besonderen spirituellen Bewusstseins. Meditatives Stillwerden und die Intensivierung der Wahrnehmung können wir aber genauso unserem „profanen“ Körper zuteil werden lassen, unserem einfachen Mensch-Sein, unserer sinnlichen Erfahrung des DA-SEINS. Bei der folgenden Meditation geht es um die bewusste Wahrnehmung unserer unmittelbar erfahrbaren Wirklichkeit - und um die Verbindung von Himmel und Erde!

• Für diese Meditation ist es wichtig, dass du dir einen geschützten, ungestörten Platz aussuchst, wo du dich am besten ganz oder bis auf Unterhose und Socken ausziehen kannst. Richte dich dort bequem ein und schaffe dir eine gute, unterstützende Atmosphäre. Dann stelle dich hin oder setze dich aufrecht auf einen Stuhl und stimme dich für einige Augenblicke mit geschlossenen Augen und ruhig atmend auf DICH ein.
• Jetzt nimm innerlich Verbindung mit deinem Körper auf - wandere mit deiner Aufmerksamkeit in die verschiedenen Körperteile und spüre, wie sich die einzelnen Bereiche anfühlen. Vielleicht spürst du da oder dort Spannungen, Kälte, Wärme… was auch immer es ist, nimm es einfach nur wahr.
• Bist du in deinem Körper angekommen, dann lenke deine Konzentration in die Handinnenflächen - so, als würdest du mit ihnen „fühlend schauen“. Drehe jetzt die linke Handfläche langsam himmelwärts und ermögliche deiner rechten Hand, dass sie sich langsam zu einer beliebigen Stelle auf deinem Körper bewegt.
• Beobachte genau den Augenblick der Berührung - spüre diesen Bereich deines Körpers intensiv und direkt - schaffe dann behutsam eine innere Verbindung zwischen der berührten Körperstelle, dem Ort des Eros, und deiner linken Hand, die nach oben offen für den Kosmos ist. Spüre einfach das, was jetzt zwischen diesen beiden Polen geschieht - ist es ein Fließen, ein Strömen oder einfach Stille…? Bleib so lange du magst in dieser Position…
• Dann löse langsam deine rechte Hand, und wechsle behutsam zu einer neuen Berührungsposition auf deinem Körper - lass eine neue Verbindung zwischen Eros und Kosmos entstehen und genieße sie… Entdecke mit jeder neuen Position eine neue Verbundenheit mit der Einheit.
• Schließe die Meditation mit einer Phase der Stille ab, in der beide Hände zueinander finden.


Mein InnenRAUM

Unser wichtigster Lebens-Raum befindet sich nicht im Außen, sondern in unserem tiefsten Inneren. Im „Seelen-Raum“ wohnt dein ureigenstes Lebensgefühl, die innere Haltung zum Leben - und die wiederum färbt auch die „Brille“, durch die du deine äußeren LebensRäume wahrnimmst! Darum lass uns doch die Aufmerksamkeit mal dorthin richten, wo unser Wohl- bzw. Unwohlbefinden seine Wurzeln hat.

• Setze oder lege dich bequem hin und entspanne dich mit einige tiefen Atemzügen. Gehe dabei mit deiner Aufmerksamkeit tiefer in deinen Körper und nimm dein SO-SEIN, ohne es zu bewerten, in diesem Moment wahr. Wandere jetzt in deiner Vorstellung immer tiefer nach innen, in Richtung Seelenraum, zum Raum deiner Gefühle. Am Weg dorthin wirst du drei vorerst verschlossene Tore durchschreiten:
• Das erste ist das Tor deiner Vorstellungen. Es spiegelt dein Selbstbild von dir wider, alle positiven und negativen Bewertungen, mit denen du dich etikettierst… Doch du erkennst, dass du so ja gar nicht bist - dein Vorstellungstor öffnet sich und du wanderst weiter, bis zum nächsten Tor: Jetzt stehst du vor dem Tor deiner Wünsche und Sehnsüchte, wie du gerne sein würdest. Doch auch dieses Tor bleibt so lange verschlossen, bis du deine Wünsche und Sehnsüchte ablegst und weitergehen kannst - bis zum letzten Tor: auch das Tor deiner Ängste geht erst auf, wenn du deine Ängste und Befürchtungen hinter dir lässt und einfach nur mehr wissen möchtest, wer du wirklich bist.
• Durch dieses letzte Tor kannst du nun deinen Seelenraum betreten. In ihm findest du deine eigene Lebendigkeit: Liebe, Freude, Ärger, Angst, Missmut, Stille, Friede, Wut, Kampf -alles hat darin Platz! Alles, was dich in diesem Moment bewegt, kannst du hier spüren, erfahren und erkennen. Dieser Raum zeigt dir alles, was dich jetzt gerade ausmacht - ohne Beschönigung aber auch ohne Verurteilung oder Bewertung. Hier bist du dir ganz nahe - deinem SO SEIN, deiner inneren Lebendigkeit, deinem LEBEN im JETZT! Und damit bist du größer, als deine Gefühle, denn sie haben alle in dir Platz!
• Und wenn du diese Meditation an einem anderen Tag wiederholst, wirst du erleben, dass sich dein innerer Lebensraum seither ohne dein Zutun gewandelt hat - denn du hast ihn belebt, und durch seine Lebendigkeit gestaltet er sich immer wieder anders und neu!

Erst wenn wir unser Leben nicht mehr manipulieren oder verbessern müssen, erst wenn wir unser Leben einfach so leben lernen, wie es sich uns darbietet, sind wir wirklich frei!
ich wünsche dir viel Freude beim immer wieder neu Entdecken deiner selbst!


Los Lassen!

Schon von Kindheit an ist HABEN ein zentraler Aspekt unseres Lebens. Für die meisten Menschen bezieht sich dieses Habenwollen vorwiegend auf materielle Werte. Viele setzen ihr unbewusstes Erwerbs-Programm aber auch bei den geistig-spirituellen Werten fort, meinen auch hier, etwas Bestimmtes haben oder werden zu müssen. Deshalb ist es von Zeit zu Zeit sehr heilsam, sich mit dem LOSLASSEN zu beschäftigen!
Wenn wir wirklich bereit sind, innerlich loszulassen, stirbt etwas in uns. Deshalb fällt uns das Loslassen auch oft so sehr schwer. Die folgende Meditation kann dich dabei unterstützen:

• Suche dir einen Platz, an dem du für einige Zeit ungestört sein kannst. Setze dich bequem hin, schließe die Augen und atme einige Male ein und aus. Werde dir deines Hier-Seins bewusst - fühle deinen Körper, so wie er sich jetzt anfühlt und zentriere dich in ihm.
• Dann nimm innerlich Verbindung auf mit einem Thema, das du gerne aus deinem Leben verabschieden möchtest: eine Erinnerung, einen Menschen, einen Wunsch etc. Lasse es bildhaft vor deinem geistigen Auge erscheinen und betrachte es zum letzten Mal ganz genau, in jeder Einzelheit.
• Nun beginne damit, es Atemzug für Atemzug loszulassen - Teil für Teil - Bereich für Bereich. Nimm dir Zeit und gib auch deinen Gefühlen Raum. Was auch immer dabei an Bildern und Gefühlen auftaucht - lasse es so sein, wie es ist, ohne ihm zusätzlich Energie oder Aufmerksamkeit zu schenken. All dies gehört zu deinem Verabschiedungsprozess. Mit jedem Ausatmen lass dein Festgehaltenes in die Ferne entschwinden. Langsam schwindet das Bild gänzlich und deine Verabschiedung kommt zu einem natürlichen Ende. Du beginnst die Freiheit zu spüren, die dadurch entsteht und wendest dich jetzt endgültig davon ab.
• Du bist jetzt leer und frei! Beginne langsam, die Augen zu öffnen und lasse die Welt, so wie sie sich jetzt vor dir ausbreitet, in deinen inneren Freiraum hinein. Du nimmst neu an ihr Teil und verbindest dich mit deiner jetzt erlebbaren Gegenwart. Atme noch ein paarmal bewusst ein und aus, beende die Meditation und öffne dich für dein JETZT.


Das große Staunen
Im Lauf unserer Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen haben wir Schritt für Schritt gelernt, rational zu denken und vernünftig zu handeln - kurz, wir lernten gemäß den gesellschaftlichen Vorstellungen zu funktionieren. Dabei haben wir uns immer mehr entfernt von unserem fühlenden Sein, vom direkten Erleben im Hier und Jetzt - und damit von einem wichtigen Teil unserer menschlichen Da-Seins-Qualität. Bei Kleinkindern können wir noch dieses unmittelbare, totale Präsent-Sein in jedem Moment wahrnehmen und erleben. Kleine Kinder sind immer im Hier und Jetzt. Ohne Bewertungen, Denken oder Überlegen!


Die folgende Meditation braucht keinerlei Vorbereitungen. Sie will dich einladen, dich an dein „Kind-SEIN“ zu erinnern - wieder auf den Geschmack zu kommen, wie es sich anfühlt, einfach lebendig im Augenblick zu SEIN!


• Egal wo du bist, in der Natur oder in einer Stadt, mach einfach bewusst deine Augen ganz weit auf, und betrachte die Welt um dich herum mit der Lebenspräsenz eines Kindes. Traue dich mal wieder, richtig zu staunen: Aahh - hier eine Blume, und da ein Lichtreflex am Wasser… oder Oohh, dieser aufregende Duft eines Parfüms,… so ein hübsch verziertes Haus… oder so viele Tauben auf diesem Platz…!
Es geht jetzt mal NUR um’s totale Staunen! Lass das Beschreiben, Bewerten, Einordnen, Analysieren mal ganz weg. Das kommt später von alleine. Lass dich zu einigen Aahh’s und Oohh’s verführen. Und wenn du aus dem Staunen nicht mehr heraus kommst, umso besser - lass dich davon einfach berühren, tragen, nähren, werde eins mit deinem Erleben im Hier-SEIN. Ja, so ein Staunen bringt uns augenblicklich ins Hier und Jetzt, in das Wunder des lebendigen Augenblicks!

„Einfach nur zu staunen, ist doch keine Meditation“, wendest du vielleicht ein…!? Stimmt. Staunen alleine ist noch keine Meditation. Erst, wenn uns dieses „Hier im Jetzt“ ganz bewusst wird, entsteht Meditation. Staunen ist ein sehr direkter, kurzer Weg im unmittelbaren SEIN zu landen! Und was Anderes soll Meditation letztendlich nicht sein - sie soll uns mit dem verbinden, was wir ursprünglich sind: ein lebendiges Wesen, eins mit unserer lebendigen Welt! Und ACHTUNG: diese Meditation kann nicht „getan“ werden - sie lädt uns ein, uns auf die Ungewissheit unserer eigenen, unmittelbaren Lebendigkeit einzulassen!


12 Minuten
Eine meditative Selbstbetrachtung zur Lebensmitte

Die Zeit der Lebensmitte wird oft dazu genutzt, Bilanz zu ziehen und sich mit dem bisherigen Lebensweg auseinanderzusetzen. Ich schlage dir vor, es einmal ganz anders zu machen: Du bist eingeladen, für einen kurzen Moment alles abzulegen, was du im Lauf deines Lebens angesammelt hast. Ich meine all das, was dich zu dem macht, was du für dich und deine Umgebung darzustellen gelernt hast - dafür genügen 12 Minuten!

• Setze dich an einen Platz, an dem du allein sein kannst und Ruhe und Schutz genießt. Mach es dir bequem und besinne dich auf dich selbst, nimm mit deiner Ich-Wahrnehmung Kontakt auf.
• Nun beginne damit, dich langsam zu entkleiden:
Nimm den Hut deiner Ideen und Träume ab.
Lass den Mantel deiner Bemühungen fallen.
Lege die Brille deiner Ansichten und Überzeugungen weg.
Ziehe deine Jacke der Verpflichtungen und Ansprüche aus.
Befreie dich vom Hemd deiner Wünsche und Befürchtungen.
Streife die Schuhe des Erfolgs ab.
Vielleicht gibt es da noch einen Schal der Eitelkeit?
Hier ein Schmuck deiner geheimen Ideale? Lege sie ab!
Befreie dich von allem, was dich bedeckt! Denn alles, was dich bedeckt, trennt dich von dir selbst - von deinem wahren Kern, der unter den Kleidern deiner Persönlichkeit auf dich wartet.
• Nimm dir jetzt Zeit, um mit deinem wahren Selbst in Kontakt zu kommen, so wie es sich jetzt zeigt: unbedeckt und frei von allem, was du dir im Lauf deines Lebens zugelegt hast. Betrachte dich selbst und erkenne, wer hier „ganz ohne“ sitzt und DA ist.
Wieviele Minuten widmest du dir jetzt? Eine, zwei… oder vielleicht mehr? Sei dir bewusst: es sind Minuten deiner eigenen Wahrhaftigkeit!
• Dann, wenn du deine Kleider wieder anziehst, schau genau, welche du wirklich noch brauchst - vielleicht sind einige schon alt und erfüllen gar nicht mehr den Zweck, für den sie einmal genäht wurden? Vielleicht möchtest du einige davon ändern?…

Und wenn du in den Alltag zurückgekehrt bist, erinnerst du dich vielleicht später wieder daran - und du schaust wieder hin, zu deinem nackten Selbst, und kommst dir damit wieder ein Stückchen näher?!


Selbst-Geburt

Bei meiner Suche nach einer Meditation, die zum WEGE-Thema "Geburt & Neubeginn" passt, verhielt ich mich wie jene berühmte Person, die nach ihrer Brille sucht, obwohl sie direkt auf ihrer Nase sitzt. Ich suchte und suchte und überlegte - und fand schließlich eine, die schon seit Jahren meine Lieblingsmeditation ist. ?Ich praktiziere diese „Selbst-Geburt-Meditation“ fast täglich, sie unterstützt mich besonders wenn ich Gruppen leite - und immer ist es so, als würde ich mich dabei selbst neu gebären! Ich würde mich freuen, wenn sie auch zu deiner Lieblingsmeditation wird…!


Diese Meditation kann in 2 Formen praktiziert werden - in der offenen (A) und in der geschlossenen (B) Form - für beide gilt:

• Suche dir einen geschützten Ort zum Liegen - am besten ein Bett oder eine Liege.
- für A brauchst du noch eine feste Unterlage für deine Kniekehlen und Unterschenkel, und ein weiches Kissen
- für B ist es vorteilhaft mit Rückenlehne. Außerdem benötigst du einen großen, weichen Polster oder eine weiche Decke.

• Setze dich dort hin, entspanne dich für einige Minuten, mache ein paar tiefe Atemzüge und komme mehr und mehr in dein körperliches Fühlen. Lass alles, was dich beschäftigt hinter dir, und komme mit deiner Wahrnehmung immer mehr in dein gegenwärtiges Empfinden.

• für A lege dich nun auf den Rücken
und unterstütze deine Kniekehlen und Unterschenkel, damit sie höher liegen und du entspannt liegen kannst. Den Polster drückst du sanft mit beiden Händen auf deinen Unterbauch.
• für B lege dich nun langsam auf die Seite, nimm den Polster an deinen Bauch und begib dich in die Embryo-Stellung - also Beine anziehen und Oberkörper einrollen. Wenn es dir ein Gefühl von mehr Geborgenheit gibt, kannst du deinen Rücken auch an der Lehne oder der Bett-Wand abstützen. Mit beiden Händen drückst du sanft den Polster an dich.

• So liegst du nun (bei beiden Formen) - und „erfühlst“ diese Haltung deines Geborgen-Seins - dein Mit-dir-selbst-sein-Können - alles ist gut, wie es ist. Du atmest sanft in deinen Bauch und verbindest dich dadurch mehr und mehr mit diesem Zentrum deiner Existenz. Der Polster gewährt dir Sicherheit und Schutz, dein Bauch wird gehalten. Verweile einfach einige Zeit mit deinem „Selbst-geboren-Werden“, das ja in uns immer wieder stattfindet und mit dieser einfachen Übung ganz stark und heilsam miterlebt werden kann.

• Nach einiger Zeit - wenn es dir richtig und stimmig erscheint - löse dich langsam aus dieser Position, strecke dich langsam aus und richte dich in die Sitzposition auf. So verweile noch für einige Augenblicke des „Überganges“ in das neu geborene Leben!

 


Kurz-Meditation „Meine Hände"

Meist ist unser ganzer Tag ausgefüllt mit irgendwelchen Tätigkeiten - egal ob in der Arbeit oder zu Hause, immer gilt es, eine Menge Aufgaben zu erfüllen, Anforderungen zu genügen usw.… Unsere Hände sind meist die Ausführenden. Deshalb schenke doch auch mal deinen Händen eine kleine Meditation:

• Nimm bequem Platz und schließe die Augen, um zur Ruhe zu kommen. Lege deine Hände entspannt in den Schoß oder auf eine Unterlage vor dir - und zwar so, dass die Handinnenflächen nach oben gerichtet sind und die Finger sich leicht berühren. Nun öffne die Augen wieder und…

• Betrachte deine Hände ganz aufmerksam: ihre Form, die Größe, die Finger, die Handinnenflächen, ihre Zeichnungen, Linien, Falten, ihre Farbe … kurz alles, was du “erschauen” kannst.
Dann vertiefe deine Aufmerksamkeit, und spüre, wie sich deine Hände anfühlen. Mach dir auch bewusst, wie sehr sie dir jeden Tag zur Verfügung stehen, wie sehr sie deinem Willen folgen und all das ausführen, was du von ihnen verlangst. Verbinde dich mehr und mehr mit deinen Händen, diesem Geschenk der Natur, diesem Wunder des Lebens.

• Bleib so eine Weile mit deinen Händen verbunden - und du wirst erleben, wie sich die Wahrnehmung deiner Hände verändert. Es geschieht etwas mit ihnen - neue Empfindungen entstehen, deine Hände beginnen auf ihre Art und Weise zu dir zu “sprechen“. Höre ihnen einfach nur zu - du wirst sie dadurch intensiver wahrnehmen, als je zuvor…

• Nun schließe nochmal die Augen, und führe die Hände langsam an dein Herz. Nimm mit dieser Bewegung all das zu dir, was jetzt entstanden ist - verweile kurz damit - lass diese Verbindung wachsen und sich ausbreiten. Bleib noch eine Weile in dieser Position…
… und beende die Meditation, indem du deine Hände wieder zurücksinken lässt und langsam deine Augen öffnest. Lass das soeben Erfahrene noch einen Moment nachwirken.


Die Sekunden Meditation

... ist so einfach wie das Leben selbst - du musst nichts dafür vorbereiten - sie ist sozusagen immer da!

• Egal, wo du gerade bist und was du gerade machst, halte inne - stoppe deine momentane Routine, gönne dir eine kurze Pause und schließe deine Augen...

• ... atme drei Atemzüge ruhig ein und aus und konzentriere dich einfach auf die Dunkelheit hinter deinen geschlossenen Lidern. Bleibe so für drei weitere Atemzüge aufmerksam für das Kommende, lass dein Tun los, werde weich und entspanne dich...

• ... dann öffne die Augen, und nimm die Welt vor dir so wahr, als würdest du sie jetzt das erste Mal in deinem Leben sehen - lass deine Umgebung durch deine Augen in dich hinein - nimm sie einfach auf, so wie sie sich vor dir ausbreitet - spüre hinein, in diesen unmittelbaren Augenblick deines Lebens - fühle - schaue - horche - rieche - atme es ein, dieses EINE das gerade IST und das jetzt auch DU BIST!

• Schau "mit dem Herzen" und öffne dadurch deine Seele für das Wunder dieses lebendigen Augenblicks!
Dann sammle dich kurz - schließe dazu vielleicht auch noch mal für ein paar Sekunden die Augen - und setze dann deine Routine fort….