
Warten!
Eine Lieblings-Meditation von Eva Steinrücke aus Köln
Die Bahn ist weg! In 20 Minuten kommt erst die nächste. 20 kostbare Minuten herumstehen, vergeudete Zeit!?… Oh nein, nicht für mich! Mein Yoga hat mich gelehrt, diese Zeit mit Vergnügen, Krafttanken und Meditation zu füllen – so kann ich sie mühelos „durchstehen“:
- Mit gutem Sohlenkontakt spüre ich die Erde unter mir – dann atme ich durch den rechten Fuß die Kräfte der Erde ein, lasse sie aufsteigen bis in meinen Bauch und fülle ihn ganz bewusst mit dieser Energie. Beim Ausatmen lasse ich dann allen Ballast, den ich loslassen möchte, über das linke Bein aus mir heraus Richtung Erde fließen.
- Dann atme ich mit dem linken Fuß wieder Erdkräfte ein, fülle meinen Bauch damit und gebe alles Belastende durch den rechten Fuß ab.
- Aus diesem steten Wechsel entsteht ein fast unmerkbares, leichtes, sanftes Hin- und Herbewegen, ein beruhigender Rhythmus, eine Art innerer Tanz. Um mich herum wuselt der Verkehr, Menschen strömen hin und her – und ich bin ganz bei mir, bin ausbalanciert, geerdet und kraftvoll.
Auf einmal ist auch schon meine Bahn da! Waren das wirklich 20 Minuten?… Entspannt, freudig und leichtfüßig steige ich ein und fahre meinem Ziel entgegen.

Meditationstipps von Osho
von Samarpan Powels
www.findyournose.com
Die Kunst des Zuhörens
... haben viele Menschen verlernt. In Gesprächen reden sie aneinander vorbei, ohne ihr Gegenüber wirklich zu hören oder beim anderen „anzukommen”. Kommunikation ist ein Wechsel von Geben und Nehmen, von Mit-Teilen und Wahr-Nehmen. Ohne Zuhören ist es keine Kommunikation!
Deshalb macht es Sinn, die Kunst des Zuhörens zu üben...
Still werden und mit dem Herzen hören
Wenn du im Innersten still wirst und deinem Gegenüber einfach zuhörst, dann hörst du mit dem Herzen zu. Das stille Zuhören verwandelt dein Wesen. Das Herz versteht die wesentliche Botschaft ganz leicht - das Denken hört nur die Worte. Doch die wahre Nachricht liegt zwischen den Worten. Diese zu hören, dazu ist nur das Herz fähig.
Wenn du beim Zuhören vom Herzen noch ein wenig tiefer nach Innen fällst, dann begegnest du deinem Wesen. Das Herz ist die Tür zu deinem Wesen und dein Wesen öffnet die Tür zum kosmischen Sein.
Lerne, dem Leben zuzuhören!
Du kannst allem zuhören. Höre dem Wind zu, wie er durch die Nadelbäume streicht. Mit der gleichen Stille, mit der du einem Musikstück von Mozart zuhörst, kannst du dem Vogelgezwitscher lauschen. Das ganze Universum drückt das Dharma aus. Nur der Zuhörer fehlt.
Höre mit deinem ganzen Wesen zu!
Das ist die Kunst der Meditation! In diesem Moment, in dieser Stille, fallen deine Begrenzungen, deine Verteidigungsmechanismen, und du wirst eins
mit allem.
Höre so tief zu, dass du verschwindest und nur das Wesentliche und Ewige in dir bleibt.
(Osho Zitat aus „The Miracle”)
Lege deine RÜSTUNG ab!
Aus einer diffusen Angst vor der Welt haben wir uns alle möglichen Schutzmechanismen zugelegt und meinen, dass es sich in deren Mauern „sicherer“ leben lässt.
Die Wahrheit ist aber umgekehrt: Unsere Rüstungen halten uns vom Loslassen ab, und somit von den Geschenken des Lebens. Hier also drei Alltags-Meditationen zum Loslassen von Schutzmechanismen:
1. Wann immer du Zeit hast: Atme tief aus
Wann immer du gehst oder sitzt oder gerade nichts tust, atme tief aus. Die Betonung liegt auf dem Ausatmen. Atme also tief aus, durch den Mund - lass so viel Luft hinaus, wie du kannst - ganz langsam, damit es eine Weile dauert... Je länger desto besser, denn dann geht es tiefer. Wenn du alle Luft hinausgeworfen hast, dann atmet der Körper von selbst ein - also nicht DU aktiv einatmen, sondern es geschehen lassen. Atme so mehrere Male - langsam und tief aus und schnell ein. Dies wird deinen Schutzmechanismus sowohl im Brust-, als auch im Halsbereich öffnen.
2. Jogging Meditation: Renne um dein Leben
Wurdest du als Kind in deiner Freiheit zu sehr eingeschränkt? Hat man dich vielleicht ständig ermahnt, dieses zu tun und jenes zu lassen, so und nicht anders zu sein, hierhin zu gehen, aber nicht dorthin?… Dann könnte ein Schutzmechanismus in deinen Beinen stecken, den du beim Joggen auflösen kannst… ein Kilometer genügt schon:
Stell dir beim Laufen einfach vor, wie eine Last aus deinen Beinen weicht - und richte deine Aufmerksamkeit dabei hauptsächlich auf die Ausatmung. Hast du deine Beine und ihre Leichtigkeit beim Laufen erst wieder zurück gewonnen, wirst du einen großen Energie-Fluss in dir aufsteigen fühlen.
3. Vor dem Schlafengehen: Die Rüstung ablegen
Wenn du dich abends vor dem Bettgehen ausziehst, dann stell dir vor, dass du nicht nur deine Kleidung, sondern auch deine Rüstung ausziehst. Mach es genau so! Leg deine Kleider ab und atme tief ein - und dann leg dich schlafen, ganz ohne Rüstung und ohne Schutzmechanismus. Du hast nichts mehr am Körper und bist ohne eingrenzende Beschränkung.
(Osho, aus „Hammer on the rock“)
Gefühle vertiefen, Sinne benutzen
Es gibt eine einfache Technik, nicht so vom ständigen Gedankenstrom beeinflusst zu werden: die Sinne benutzen.
Hören, Fühlen, Schmecken, Riechen und Sehen mit ganzer Aufmerksamkeit und Wachheit - eine Meditationstechnik aus dem Tantra.
Denke nicht - Fühle!
Du sitzt im Garten, der Verkehr rauscht vorbei, und von überall dringen Geräusche und Laute herein. Schließe einfach die Augen und finde heraus, welcher Laut von allen Lauten um dich her der subtilste ist…
Eine Krähe krächzt: Konzentriere dich ganz auf das Geräusch dieser Krähe. Der ganze Verkehrslärm geht weiter. Das Krächzen ist so unmerklich, dass du es nur dann heraushören kannst, wenn du deine Aufmerksamkeit total darauf lenkst. Aber wenn du dich ganz darauf konzentrierst, wird der Verkehrslärm weit zurückweichen, und die Krähe wird in den Mittelpunkt rücken. Nun hörst du nur das Krächzen, mit all seinen Nuancen - kaum hörbar, aber du wirst es hören können.
Entwickle deine Empfindsamkeit.
Egal ob du etwas berührst oder hörst oder isst oder ein Bad nimmst - lass deine Sinne offen sein.
Und denke nicht nach - fühle!
Du stehst unter der Dusche: Spüre, wie die Kühle des Wassers dich berieselt. Denke nicht darüber nach; sag nicht sofort: „Oh, wie kühl ist das, wie wunderbar kalt, wie gut das tut!” Sag überhaupt nichts - denn im selben Augenblick, wo du verbalisierst, versäumst du das Fühlen. Kaum drängen sich die Worte dazwischen, hat der Verstand zu arbeiten begonnen. Verbalisiere nichts. Fühle die Kühle, aber sage nicht, dass es kühl ist.
Wir reden immer irgendetwas daher, ohne auch nur zu merken, was wir da sagen. Höre auf zu verbalisieren, nur so kannst du deine Gefühle vertiefen. Wenn du es schaffst, deine Gefühle zu vertiefen, dann kann diese Technik für dich Wunder wirken.
(Osho, Das Buch der Geheimnisse)
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